Kölner Karneval endet mit flammendem Nubbel-Ritual und jahrhundertealter Tradition
Nubbel-Verbrennung markiert Ende des Straßenkarnevals in Köln - Kölner Karneval endet mit flammendem Nubbel-Ritual und jahrhundertealter Tradition
Am Dienstagabend ging die Kölner Karnevalssaison mit einem spektakulären Abschluss zu Ende, als sich die Menschenmengen auf den Straßen versammelten, um das traditionelle Verbrennen des Nubbel zu erleben. Bei diesem jahrhundertealten Brauch wird eine Strohpuppe in Flammen gesetzt – ein Symbol für das Ende der ausgelassenen Feiern und den Beginn der Fastenzeit. In ganz Köln trafen sich Anwohner in ihren Vierteln, um den Moment gemeinsam zu begehen.
Der Nubbel, eine aus Stroh gefertigte Figur, die während des Karnevals über Kneipentüren hängt, trägt symbolisch die Sünden der närrischen Tage. Sein Verbrennen gilt als rituelle Sühne, die den Weg für die besinnliche Fastenzeit ebnet. Erste Aufzeichnungen über diesen Brauch stammen aus dem 17. Jahrhundert, als der Karneval zeitweise verboten war – die Strohpuppe wurde damals zum trotzigen Zeichen der Traditionspflege.
Auch in Düsseldorf gibt es eine ähnliche Zeremonie: Dort wird Hoppeditz, eine weitere Strohfigur, am Aschermittwoch nach einem scheinbaren Trauerzug verbrannt. Beide Rituale verfolgen dasselbe Ziel – den Karneval offiziell zu beenden und den Übergang in eine ernstere Zeit einzuläuten.
Die Wurzeln des Nubbel liegen in alten Sündenbock-Ritualen, bei denen die Puppe für alle Ausschweifungen der Festtage verantwortlich gemacht wurde. Mit der Zeit entwickelte sich das Verbrennen zu einem festen Bestandteil des Fastnachtsdienstags und sollte der Gemeinschaft ermöglichen, mit einem "reinen Blatt" in die Zukunft zu blicken.
Nun, da der Nubbel zu Asche zerfallen ist, kehrt Ruhe in die Kölner Straßen zurück – nach Tagen des Feierns. Das Ritual markiert einen deutlichen Wandel: vom chaotischen Treiben des Karnevals hin zur besinnlichen Einkehr der Fastenzeit. Für viele bleibt es eine geliebte Tradition, um die Festlichkeiten gebührend abzuschließen und sich auf die kommenden Wochen vorzubereiten.
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