Warum Vertrauensverlust in die Demokratie rechtsextreme Parteien stärkt
Eleonora JunitzWarum Vertrauensverlust in die Demokratie rechtsextreme Parteien stärkt
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum sich bestimmte Gruppen von der Demokratie abwenden und sich stattdessen rechtsextremen Parteien zuwenden. In seinem neuesten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" erforscht er, wie Menschen das Vertrauen in Staat, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Seine Erkenntnisse zeigen: Sobald sich dieses Misstrauen einmal festgesetzt hat, lässt es sich nur schwer wieder rückgängig machen – selbst wenn populistische Parteien ihre Versprechen nicht einhalten.
El-Mafaalani argumentiert, dass die rechtspopulistische "Alternative für Deutschland" (AfD) besonders in Regionen Fuß fasst, in denen das Misstrauen gegenüber Institutionen tief verwurzelt ist. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" glauben nicht an die liberale Demokratie, sondern setzen ihr Vertrauen in Parteien, die sie ablehnen. Seine Forschung belegt, dass misstrauische Menschen sich bevorzugt mit Gleichgesinnten verbinden und so ihre Überzeugungen gegenseitig verstärken.
Digitale Medien haben es diesen Gruppen erleichtert, sich zu vernetzen und zu organisieren. Während Misstrauen die Menschen früher isolierte, helfen ihnen Online-Plattformen heute, eng verbundene Gemeinschaften zu bilden. El-Mafaalanis Arbeit wirft auch ein Licht auf den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump und der AfD und erklärt, wie populistische Strategen gezielt das Vertrauen in demokratische Institutionen untergraben.
Peter Unfried, Chefredakteur von "FUTURZWEI", hat gefragt, was gegen diesen Trend unternommen werden kann. El-Mafaalanis Analysen deuten darauf hin, dass es nicht ausreicht, die AfD als unfähig zu entlarven, um das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen. Stattdessen zeigen seine Erkenntnisse Wege auf, wie die Ursachen für die Unterstützung populistischer Kräfte wirksamer bekämpft werden können.
El-Mafaalanis Forschung unterstreicht eine hartnäckige Herausforderung: Misstrauen gegenüber der Demokratie verschwindet nicht einfach, wenn populistische Parteien versagen. Seine Arbeit liefert ein besseres Verständnis dafür, wie sich solche Bewegungen ausbreiten – und was nötig sein könnte, um das Vertrauen in die Institutionen zurückzugewinnen. Das Buch bietet eine Grundlage, um die Reaktionen auf den Rechtspopulismus neu zu denken.






