Illegal Distribution of Movies and Series: Two Years' Probation in Aachen - Mega-Prozess um illegalen Datei-Hosting-Dienst in Aachen eröffnet
In Aachen steht ein 59-jähriger Betreiber eines großen Datei-Hosting-Dienstes vor Gericht. Die Plattform, die von 2008 bis 2019 aktiv war, ermöglichte Nutzern den Austausch urheberrechtlich geschützter Filme und Serien ohne Erlaubnis. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, groß angelegte Piraterie gefördert zu haben – mit Einnahmen von über 64 Millionen Euro im Laufe der Jahre.
Der Dienst, auf dem zeitweise bis zu 20 Millionen Gigabyte an Daten gespeichert waren, beherbergte zwischen Oktober 2014 und Oktober 2019 mehr als 30.000 geschützte Werke. Die Behörden argumentieren, der Betreiber habe wissentlich illegale Downloads ermöglicht und dabei von Werbeeinnahmen sowie Premium-Mitgliedschaften profitiert. Im Prozess forderten die Staatsanwälte eine zweijährige Bewährungsstrafe und verwiesen auf das Ausmaß der Operation sowie die in jüngster Zeit verschärfte Durchsetzung des Urheberrechts in Deutschland.
Die Verteidigung plädierte hingegen auf eine Höchststrafe von einem Jahr und elf Monaten. Sie behauptete, der Angeklagte habe keine direkte Kontrolle über die Nutzer-Uploads gehabt und keine vorsätzliche Rechtsverletzung beabsichtigt. Eine endgültige Urteilsverkündung steht noch aus, sodass der Ausgang des Verfahrens vorerst ungewiss bleibt.
Der Fall spiegelt die härtere Gangart wider, mit der Deutschland in den letzten Jahren gegen digitale Piraterie vorgeht. Gerichte und Staatsanwaltschaften gehen zunehmend gegen großflächige Urheberrechtsverstöße vor – mit höheren Strafen und spektakulären Razzien. Ein Urteil in diesem Prozess könnte richtungsweisend für künftige ähnliche Fälle sein.






