Mainzer Dreigroschenoper begeistert mit frischer Brecht-Interpretation und gesellschaftskritischem Biss
Eleonora JunitzMainzer Dreigroschenoper begeistert mit frischer Brecht-Interpretation und gesellschaftskritischem Biss
Das Mainzer Staatstheater zeigt eine frische Inszenierung der Dreigroschenoper
Das Mainzer Staatstheater hat Bertolt Brechts ikonisches Theaterstück des 20. Jahrhunderts, Die Dreigroschenoper, in einer neuen Interpretation auf die Bühne gebracht. Bei der Premiere erntete die Produktion lang anhaltenden Applaus für Ensemble, Orchester und das kreative Team. Die Aufführung war zudem ein finanzieller Erfolg – eine Ironie der Geschichte angesichts der scharfen Kapitalismuskritik des Stücks.
Regisseur Jan Neumann verwebt Brechts gesellschaftskritische Botschaften direkt in die Handlung. Im Mittelpunkt steht Mackie Messer, ein berüchtigter Londoner Verbrecher, den Henner Momann verkörpert. Er heiratet Polly Peachum, deren Vater Jonathan – gespielt von Holger Kraft – ein einträgliches Bettler-Syndikat in der Stadt leitet. Anika Baumann übernimmt die Rolle der Bettlerin, die Die Moritat von Mackie Messer singt, eines der berühmtesten Lieder des Stücks.
Im Rahmen der Initiative Mainz leuchtet wurde die Fassade des Theaters am 27. September mit Textprojektionen aus der Oper illuminiert. Aufgrund des Erfolgs sind für 2025 vier zusätzliche Vorstellungen geplant. Die Tickets kosten zwischen 17,50 und 45,50 Euro, inklusive einer Getränkepauschale.
Die Inszenierung des Mainzer Ensembles kommt beim Publikum außerordentlich gut an. Die Mischung aus beißender Satire und Unterhaltung zieht auch fast ein Jahrhundert nach der Uraufführung weiterhin die Zuschauer in ihren Bann. Mit vier weiteren Terminen bleibt die Produktion ein Höhepunkt der Theatersaison.






