Kleiner Verein aus Bergkamen gewinnt Zukunftspreis für Gewaltprävention im Fußball
Ortrun SteinbergKleiner Verein aus Bergkamen gewinnt Zukunftspreis für Gewaltprävention im Fußball
Rünthe 08, ein kleiner Fußballverein aus Bergkamen in Nordrhein-Westfalen, hat den Zukunftspreis 2025 für sein Engagement gegen Gewalt im Amateurfußball gewonnen. Die Auszeichnung, verliehen von der Stiftung "Fußball schafft Zukunft", würdigt das Projekt "Trainer-Eltern-Kind" des Vereins, das Fairness und Respekt unter Spielern, Familien und Funktionären fördert. Neben der Ehre erhielt Rünthe 08 zudem 5.000 Euro, um die Initiative weiter auszubauen.
Das Programm startete 2025 als Reaktion auf zunehmende Spannungen im Jugendfußball. Im Mittelpunkt stehen Workshops für Kinder zwischen drei und zehn Jahren, in denen sie einen eigens entwickelten Regelkatalog des Vereins erlernen – mit dem Ziel, Respekt und faires Spiel von klein auf zu vermitteln. Verpflichtende Elternabende sind ein weiterer zentraler Baustein des Projekts: Sie sollen Familien darlegen, wie sie konstruktiv mit Trainern und Schiedsrichter:innen umgehen.
Seit Einführung der Maßnahme gab es im Verein keine Gewaltvorfälle mehr. Die Eltern sind aktiver eingebunden, und die Stimmung bei Spielen hat sich spürbar verbessert. Der Erfolg des Modells strahlt bereits über Bergkamen hinaus: Bis Anfang 2026 übernahmen mindestens 15 weitere Vereine – darunter die Jugendabteilungen von SV Germania 05 und TSV Bayer 04 Leverkusen – ähnliche Ansätze. Sie setzen nun auf strukturierte Dialoge zwischen Eltern und Trainern, um Aggressionen abzubauen und die Sicherheit der Kinder zu erhöhen.
Rünthe 08 führte zudem eine Vereinshymne ein, die vor jedem Heimspiel gespielt wird und die Werte Teamgeist, Fairplay und Respekt betont. Die Wirkung des Projekts zeigte sich auch darin, dass zwei weitere Vereine – Wellensiek aus Bielefeld und Bornheim 1945 Grün-Weiss – für ihre eigenen Gewaltpräventionsmaßnahmen ausgezeichnet wurden.
Der Gewinn des Zukunftspreises verleiht Rünthe 08 nun noch mehr Strahlkraft. Mit den 5.000 Euro Fördergeld kann der Verein seine Workshops und Elternprogramme ausweiten. Gleichzeitig deutet die wachsende Zahl an Vereinen, die ähnliche Konzepte übernehmen, auf einen breiteren Wandel hin: der Amateurfußball wird sicherer und respektvoller.






