Zuckerrübenanbau in der Krise: Preise fallen, Flächen schwinden – doch neue Mittel geben Hoffnung
Mina BenthinZuckerrübenanbau in der Krise: Preise fallen, Flächen schwinden – doch neue Mittel geben Hoffnung
Deutsche Zuckerrübenbauern kämpfen mit sinkenden Preisen, schrumpfenden Anbauflächen und neuen Krankheitsbedrohungen. Zudem setzt die Branche der zollfreie Zuckerimport im Rahmen des EU-Mercosur-Handelsabkommens zu. Um ihre Erträge zu schützen, greifen die Landwirte zunehmend zu modernen Herbiziden, Fungiziden und Biostimulanzien.
Eines dieser Mittel, Rinpode, hat in ersten Versuchen vielversprechende Ergebnisse geliefert: Es steigert die Erträge und bekämpft hartnäckige Unkräuter wie Hühnerhirse (Goosegrass).
Zwischen 2023 und 2026 ist die Anbaufläche für Zuckerrüben in Deutschland um 15–20 Prozent geschrumpft – von etwa 38.000 Hektar auf voraussichtlich 31.000. Besonders betroffen sind Regionen wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, wo die Flächenverluste lokal bis zu 25 Prozent erreichen. Gründe für den Rückgang sind niedrigere EU-Quoten, ungünstiges Wetter und schwache Zuckerpreise, die viele Landwirte dazu bewegen, weniger anzubauen.
Zu den größten Herausforderungen zählen Stolbur-Krankheit, Cercospora-Blattflecken und herbizidresistente Unkräuter. Notfallzulassungen für bestimmte Pestizide brachten zwar vorübergende Entlastung, doch die Bauern setzen auf langfristige Lösungen. Seit 2026 sind Präparate wie Badge WG, Coprantol Duo und Recudo vollständig gegen Cercospora zugelassen und bieten zuverlässigen Schutz.
Auf dem Betrieb Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter hat Betriebsleiter Marius Feldmann Rinpode getestet – ein Herbizid mit dem Wirkstoff Florpyrauxifen-benzyl. Auf einer 44 Hektar großen Versuchsfläche setzte er es im zweiten Nachauflauf ein und stellte eine wirksame Bekämpfung der Hühnerhirse fest, bei gleichzeitig minimalen Schäden an den Rüben. Zudem ließ sich das Mittel problemlos mit anderen Herbiziden kombinieren.
Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass Rinpode den Zuckerertrag um bis zu eine Tonne pro Hektar steigern könnte. Dank seiner starken Unkrautwirkung und geringen Phytotoxizität entwickelt es sich für viele Landwirte zu einem wichtigen Werkzeug, um in einem schwierigen Marktumfeld wirtschaftlich zu bleiben.
Der Rückgang der Anbauflächen spiegelt die anhaltenden wirtschaftlichen und ökologischen Belastungen wider. Neue Pflanzenschutzmittel – darunter Rinpode und zugelassene Fungizide – helfen den Bauern, Erträge gegen Krankheiten und Unkräuter zu verteidigen. Mit weiterem Innovationsschub hoffen sie, die Produktion trotz herausfordernder Rahmenbedingungen zu stabilisieren.