Willich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – doch Streit um Kita-Gebühren und Studierenden-Ticket bleibt
Mina BenthinWillich verabschiedet Haushalt 2026 einstimmig – doch Streit um Kita-Gebühren und Studierenden-Ticket bleibt
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in einer zügigen Sitzung von weniger als zwei Stunden Dauer verabschiedet. Alle Fraktionen stimmten dem Plan zu, der im Juli in Kraft treten wird. Dennoch gab es kontroverse Diskussionen über Kürzungen, die Familien, Kita-Gebühren und die Mobilitätsförderung für Studierende betreffen.
Der Haushalt wurde einstimmig nach einer rekordschnellen Debatte angenommen. Jede Fraktion beschränkte ihre Wortmeldungen auf fünf Minuten, was eine schnelle Entscheidung ermöglichte. Trotz des Tempos kam es zu Spannungen über einzelne Maßnahmen.
Der Jugendhilfeausschuss blockierte zwei zentrale Vorhaben: die Einführung von Geschwistergebühren für den Kindergarten sowie eine höhere jährliche Kostenanpassung für die Kinderbetreuung. Eltern hatten bereits Unmut über geplante Gebührenerhöhungen geäußert – derzeit zahlen nur 24 Prozent der Kinder in Kitas aufgrund von Befreiungen überhaupt Beiträge. Stattdessen beschloss eine Mehrheit, die jährliche Gebührenanpassung von zwei auf drei Prozent zu erhöhen und diese Regelung dauerhaft festzuschreiben.
Die SPD unterstützte den Haushalt, kritisierte jedoch Kürzungen, die Familien zusätzlich belasten könnten. Sie schlug vor, nicht zwingend notwendige Ausgaben zu streichen, und lehnte die Streichung des Deutschlandtickets für berechtigte Studierende ab. Dies würde die Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen einschränken, warnte die Partei. Gleichzeitig befürwortete die Grünen-Fraktion den Haushalt, betonte aber, dass die angespannte Finanzlage der Stadt dringenden Handlungsbedarf erfordere.
Der Haushalt 2026 tritt nun wie geplant in Kraft – mit Änderungen bei den Kita-Gebühren und den Zuschüssen für den Schülerverkehr. Die Familien in Willich müssen mit höheren Kosten rechnen, während die zügige Verabschiedung durch den Rat sowohl Einigkeit als auch weiterhin bestehende Differenzen bei den finanziellen Prioritäten widerspiegelt.






