01 May 2026, 08:22

Willich plant neue Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterzuschläge und Belastungen

Plakat mit einem Schwarz-Weiß-Foto einer Gruppe von Menschen und dem Text 'Jeder zahlt, aber wenige profitieren von Kinderarbeit.', das gegen Kinderarbeit in den USA aufruft.

Willich plant neue Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterzuschläge und Belastungen

Eltern in Willich sehen sich neuen finanziellen Belastungen gegenüber, da die Stadt über die Einführung neuer Kita-Gebühren nachdenkt. Der Vorschlag sieht vor, Geschwisterzuschläge zu erheben und Gebührenanpassungen zu begrenzen – Maßnahmen, mit denen rund 600.000 Euro eingeommen werden sollen. Doch die Pläne stoßen bei Familien auf Wut, die ohnehin schon mit Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen zu kämpfen haben.

Die Debatte begann, nachdem die CDU vorgeschlagen hatte, die Elternbeiträge zu überprüfen. Ihr Konzept beinhaltet die Einführung von Geschwistergebühren für Kitas und Tagespflegeangebote. In Nachbarstädten wie Nettetal und Kempen werden bereits jetzt 50 Prozent Geschwisterzuschläge in allen Betreuungssystemen fällig.

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Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt hat die Verwaltung nun beauftragt, die Satzung für Elternbeiträge zu prüfen. Änderungen müssen bis zum 28. April vorgelegt werden. Ziel ist es, durch die Streichung von Geschwisterermäßigungen 500.000 Euro zu erwirtschaften und weitere 100.000 Euro einzusparen, indem dynamische Gebührenanpassungen auf drei Prozent begrenzt werden.

Nicht alle unterstützen die Pläne. Der Jugend- und Erziehungsbeirat (JAEB) lehnt die Geschwistergebühren und höheren Anpassungen ab. Die Willicherin Marlene Mendes aus Anrath kritisiert die Vorschläge als ungerecht und bemängelt insbesondere die Abschaffung der Geschwisterrabatte. Unterdessen stellt sich die SPD-Fraktion auf die Seite der Eltern und schlägt stattdessen Einsparungen in Höhe von 115.000 Euro für den Haushalt 2026 vor.

Die Diskussion kommt zu einer Zeit, in der der Haushalt der Stadt Willich zunehmend unter Druck gerät. Die Verwaltung prüft zwar Sparmaßnahmen und neue Einnahmequellen, doch die Kita-Debatte zieht sich ohne klare Lösungen hin. Nun wartet die Stadt auf die überarbeiteten Vorschläge der Verwaltung bis Ende April. Sollten die Änderungen beschlossen werden, würden sie viele Familien zusätzlich belasten. Gleichzeitig wird sich zeigen, ob alternative Sparvorschläge – wie sie die SPD unterbreitet hat – auf Zustimmung stoßen.

Quelle