02 April 2026, 12:24

Wie die Bundeswehr 1956 gegen Proteste und politische Gräben gegründet wurde

Gruppe von Menschen demonstriert vor dem Brandenburger Tor in Berlin, hält Schilder gegen die anti-nazis-Bewegung der deutschen Regierung.

Wie die Bundeswehr 1956 gegen Proteste und politische Gräben gegründet wurde

Der Weg Westdeutschlands zum Wiederaufbau seiner Streitkräfte nach dem Zweiten Weltkrieg war von heftigen Debatten und öffentlichem Widerstand geprägt. Der Prozess begann Anfang der 1950er-Jahre, doch der Widerstand politischer Gruppen, Wissenschaftler und einfacher Bürger verzögerte die Gründung um Jahre. Erst 1956 wurde offiziell die Bundeswehr gegründet – doch die Proteste gegen die Wiederbewaffnung hielten noch lange danach an.

Der Druck zur Remilitarisierung setzte 1951 ein, stieß jedoch auf sofortige Ablehnung. Noch im selben Jahr wurde ein Volksentscheid über die Wiederbewaffnung initiiert, der jedoch vom Innenministerium verboten wurde. Auch die kommunistisch geprägte Freie Deutsche Jugend (FDJ) wurde wegen ihres scharfen Protests gegen den militärischen Wiederaufbau verboten.

Im November 1955 unternahm Theodor Blank einen entscheidenden Schritt, als er in Bonn den ersten 110 Offizieren und Unteroffizieren ihre Ernennungsurkunden überreichte. Diese Männer bildeten den Kern dessen, was später zur Bundeswehr werden sollte. Der Name selbst wurde allerdings erst am 1. April 1956 offiziell eingeführt.

Die öffentliche Empörung wuchs, als Pläne für eine europäische Armee bekannt wurden. Viele Deutsche protestierten unter dem Motto "Ohne mich!" ("Zählt mich nicht mit!") und lehnten jede Beteiligung an militärischen Strukturen ab. Die ersten Osterkundgebungen folgten, gerichtet gegen das nukleare Arsenal der NATO und eine mögliche deutsche Rolle bei der nuklearen Teilhabe.

Trotz des Widerstands wurde im Juli 1956 nach hitzigen Debatten im Bundestag die Wehrpflicht eingeführt. Die Bundeswehr hatte sich bereits zu Beginn des Jahres formiert, als die ersten Freiwilligen im Januar in die Kasernen einrückten. Die Opposition blieb stark, insbesondere vonseiten der SPD, die bis 1959 auf Neutralität drängte. 1957 unterzeichneten 18 führende Wissenschaftler das Göttinger Manifest, in dem sie vor der nuklearen Bewaffnung der neuen Armee warnten.

Die Bundeswehr wurde zwar 1956 offiziell gegründet, doch ihr Entstehungsprozess verlief alles andere als reibungslos. Proteste, politische Gräben und wissenschaftliche Warnungen prägten die frühen Jahre des militärischen Neubeginns Westdeutschlands. Selbst nach der Gründung hielten die öffentlichen Vorbehalte gegen die Wiederbewaffnung und die nukleare Politik der NATO noch jahrelang an.

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