Warendorf behält umstrittene Straßennamen trotz NS-Debatte bei
Stadt Warendorf behält drei umstrittene Straßennamen bei
Der Stadtrat von Warendorf hat beschlossen, drei umstrittene Straßennamen trotz Empfehlungen einer Bürgerkommission unverändert zu lassen. Die Entscheidung folgt auf monatelange Debatten über historische Verbindungen zu Persönlichkeiten mit Bezug zur NS-Zeit.
Abgelehnt wurden die Vorschläge, die Wagenfeldstraße, den Agnes-Miegel-Weg und die Heinrich-Tenhumberg-Straße umzubenennen – alles Straßen, die von Anwohnern wegen der problematischen Vergangenheit ihrer Namensgeber kritisiert worden waren. Das Umbenennungsverfahren war angestoßen worden, nachdem ein Bürgergremium die Straßen aufgrund mutmaßlicher NS-Verstrickungen der Namensgeber als bedenklich eingestuft hatte. Im März 2026 hatte der Rat die Verfahren vorläufig ausgesetzt, doch in dieser Woche kam es zur endgültigen Abstimmung.
Letztlich sprachen sich die Ratsmitglieder gegen eine Änderung aus und verwiesen auf finanzielle Gründe. Die Austauschkosten für die Schilder wurden auf etwa 5.700 Euro geschätzt – eine Summe, die der Rat als nicht tragbar ansah. André Wenning, ein lokaler Vertreter, argumentierte, die Meinung der Anwohner wiege schwerer als historische Bedenken.
Alternative Ideen, wie etwa die Anbringung eines Zitats des Warendorfer Autors Paul Schallück zur Einordnung, wurden ebenfalls verworfen. Zudem bleibt eine Tafel mit einem Zitat von Agnes Miegel am Rathaus unangetastet.
Reinhold Schoppmann, Mitglied des Bürgerbündnisses, das sich für eine Umbenennung einsetzte, kritisierte die Entscheidung scharf. Er bezeichnete das Ergebnis als enttäuschend – besonders vor dem Hintergrund der früheren Erkenntnisse der Kommission und der öffentlichen Unterstützung für eine Neubenennung.
Mit dem Beschluss des Rates behalten die drei Straßen ihre bisherigen Namen. Die Debatte ist damit vorerst beendet; Schilder und Tafel bleiben bestehen. Weitere Schritte in der Angelegenheit wurden nicht angekündigt.






