RTL-Spendenmarathon wird 30 – doch Experte fordert mehr als nur Spendenhilfe
Mina BenthinCharity-Experte: Das Allein Löst Keine Probleme Des Landes - RTL-Spendenmarathon wird 30 – doch Experte fordert mehr als nur Spendenhilfe
RTL-Spendenmarathon feiert 30. Auflage – doch Experte warnt: Wohltätigkeit allein löst keine strukturellen Probleme
In diesem Monat geht der traditionsreiche RTL-Spendenmarathon in seine 30. Ausgabe. Die 30-stündige Charity-Sendung hat seit 1996 über 306 Millionen Euro eingeworben und damit benachteiligten Kindern in ganz Deutschland geholfen. Doch Wolfram Kons, der Fundraising-Experte hinter der Aktion, betont: Spenden allein können die tieferliegenden sozialen Missstände im Land nicht beheben.
Seit Jahrzehnten leitet Kons die Wohlfahrtsinitiativen von RTL und setzt sich besonders für Kinder in Not ein. Unter seiner Führung hat der Sender 20 Kinderzentren in Deutschland aufgebaut. Dort erhalten Familien, die mit Armut kämpfen, Mahlzeiten, Hausaufgabenbetreuung und weitere lebenswichtige Unterstützung.
Doch Kons sieht wenig Grund zum Feiern. Für ihn sind diese Einrichtungen vielmehr ein Beleg dafür, dass das System versagt. Zwar helfe jede Spende – doch nachhaltige Veränderungen erforderten vor allem politisches Handeln mit mehr Nachdruck.
Bei der diesjährigen Ausgabe des Spendenmarathons wirken Prominente wie Fußballtrainer Jürgen Klopp, Komiker Hape Kerkeling und Köchin Lena Wurzenberger mit. Auch Julian Nagelsmann, Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, wird dabei sein. Musiker Joey Kelly plant unterdessen eine "24-Stunden-Geburtstags-Challenge" als kreative Aktion, um die Spendenbereitschaft anzukurbeln.
Trotz der Herausforderungen bleibt Kons optimistisch – vor allem wegen der wachsenden Hilfsbereitschaft der jüngeren Generation. Auch das politische Bewusstsein für Familien- und Kindeswohl habe zugenommen, sagt er. Doch das reiche noch lange nicht aus.
Vom 18. November an wird der RTL-Spendenmarathon live übertragen – mit dem Ziel, erneut Millionen zu sammeln. Kons' Worte zeigen dabei sowohl den Erfolg der Aktion als auch ihre Grenzen auf. Ohne grundlegende Reformen, so seine Botschaft, könnten selbst Rekordspenden die sozialen Probleme Deutschlands nicht lösen.






