19 March 2026, 16:21

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen und Versorgungsengpässe

Blauer Hintergrund mit wei├čer Schrift und einem wei├čem Kreis-Logo, das eine vorgeschlagene Regel zur St├Ąrkung der psychischen Gesundheit umrandet.

Psychotherapeut:innen in NRW protestieren gegen drohende Honorarkürzungen und Versorgungsengpässe

Psychotherapeut:innen in Nordrhein-Westfalen (NRW) bereiten sich auf Proteste gegen geplante Honorarkürzungen vor

Am kommenden Donnerstag wollen Psychotherapeut:innen in NRW gegen geplante Gehaltskürzungen demonstrieren. Die Kundgebungen finden in mehreren Großstädten statt, darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bielefeld. Die Veranstalter warnen, dass die finanziellen Einschnitte den Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung in der Region weiter verschlechtern könnten.

Ab dem 1. April 2026 planen die Krankenkassen, die Erstattungssätze für psychotherapeutische Leistungen um 4,5 Prozent zu senken. Diese Kürzung wird die bestehende Kluft zwischen den Vergütungen für Privat- und Kassenpatient:innen weiter vertiefen. Bereits jetzt warten Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen im Schnitt fünf Monate auf einen Ersttermin.

Die Psychotherapeutenkammer NRW zeigt sich besorgt: Die Kürzungen könnten die Situation zusätzlich verschärfen. Längere Wartezeiten und ein Rückgang der Therapieplätze, besonders in ländlichen Regionen, wo der Mangel bereits jetzt gravierend ist, seien die Folge. Bundesweit fehlen schätzungsweise 7.000 Kassenplätze für Psychotherapie – besonders betroffen sind Kinder- und Jugendlichenhilfen.

Die Vergabe eines Kassensitzes – der Zulassung zur Behandlung von gesetzlich Versicherten – bleibt hochkompetitiv und mit hohen Kosten verbunden. Moritz Esser-Wolters etwa investierte 50.000 Euro, um seine Praxis in Coesfeld zu eröffnen. Trotz solcher Aufwendungen verdienen Psychotherapeut:innen in Deutschland weniger als alle anderen Fachärzt:innen im Gesundheitswesen.

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Veraltete Planungsvorgaben verschärfen das Problem zusätzlich: In einigen Regionen betragen die Wartezeiten bis zu einem Jahr. Die Kammer argumentiert, dass weiterer finanzieller Druck die Aufrechterhaltung der psychotherapeutischen Versorgung in NRW noch schwieriger machen werde.

Die Proteste unterstreichen die wachsende Sorge um die psychotherapeutische Versorgung in NRW. Angesichts sinkender Erstattungssätze warnen Therapeut:innen vor noch längeren Wartezeiten und einem Rückgang des Angebots für Kassenpatient:innen. Die Folgen könnten ein bereits jetzt überlastetes System zusätzlich belasten – mit Engpässen und einer ungleichen Verteilung der Versorgungsangebote.

Quelle