19 March 2026, 20:18

Moerser Tafel droht Schließung – Tausende ohne Lebensmittelhilfe

Alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und dem Text "Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Berlin".

Moerser Tafel droht Schließung – Tausende ohne Lebensmittelhilfe

Wichtige Tafel in Moers droht Schließung nach Verlust des Mietvertrags

Eine zentrale Tafel in Moers steht vor der Schließung, nachdem sie ihren Standort verloren hat. Die Einrichtung versorgt direkt 2.000 Menschen und dient als Verteilzentrum für 14 weitere Tafeln in Nordrhein-Westfalen. Ohne einen neuen Standort könnten Tausende von der lebenswichtigen Nahrungsmittelhilfe abgeschnitten werden.

Die Moerser Tafel unter der Leitung von Raffaele Corda warnt, dass sie schließen müsse, falls keine Ersatzräume gefunden werden. Corda hat sogar mit seinem Rücktritt gedroht, sollte sich die Lage nicht bessern. Eine Schließung würde nicht nur die 2.000 örtlichen Bedürftigen treffen, sondern auch die Belieferung der Partner-Tafeln in der gesamten Region unterbrechen.

Das Problem beschränkt sich nicht auf Moers: Die Düsseldorfer Tafel hat bereits ihren Standort verloren, während die Bonner Filiale kurz vor der Räumung steht. Diese Rückschläge treffen die Tafeln in Nordrhein-Westfalen zu einer Zeit, in der sie bis zu 400.000 Menschen mit geringem Einkommen unterstützen. Ein Alleinstehender, der Bürgergeld bezieht, hat im Monat gerade einmal 563 Euro für alle Lebenshaltungskosten zur Verfügung.

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Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl kritisiert die wachsende Abhängigkeit von Tafeln. Er argumentiert, dass ohne einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung gefährdete Menschen auf unberechenbare Spenden angewiesen seien. Das aktuelle System, warnt er, schaffe Unsicherheit für ohnehin schon prekär lebende Menschen.

Falls die Moerser Tafel schließt, verlieren 15 Standorte eine entscheidende Versorgungsquelle. Obwohl es in der Region keine Nahrungsmittelknappheit gibt, liegt das Problem im Zugang – nicht in der Verfügbarkeit. Der Verlust dieser Einrichtungen würde Tausende zwingen, anderswo Hilfe zu suchen, und das ohnehin überlastete Hilfenetzwerk weiter belasten.

Quelle