NRW-Jugend wendet sich von der Demokratie ab – was steckt dahinter?
Ortrun SteinbergNRW-Jugend wendet sich von der Demokratie ab – was steckt dahinter?
Junge Menschen in Nordrhein-Westfalen zeigen wachsende Unzufriedenheit mit der Demokratie
Eine neue Studie offenbart: Immer mehr Jugendliche in Nordrhein-Westfalen wenden sich von der Demokratie ab. 2025 gaben nur noch 47 Prozent der 14- bis 18-Jährigen an, mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden zu sein – ein drastischer Rückgang um 30 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Erhebung vor zwei Jahren. Die Ergebnisse verdeutlichen zudem Sorgen vor Online-Radikalisierung und die Schwierigkeiten von Schulen, junge Menschen auf politische Teilhabe vorzubereiten.
Die Studie unterteilt die befragten Jugendlichen in drei Gruppen: 44 Prozent bezeichnen sich als "überzeugte Demokraten", 42 Prozent als "fragile Demokraten" und 8 Prozent als "Demokratiegegnern". Dabei zeigt sich, dass junge Menschen, die mit ihrem persönlichen Leben zufrieden sind, tendenziell stärker hinter der Demokratie und den gesellschaftlichen Verhältnissen stehen.
Obwohl 73 Prozent angeben, in der Schule etwas über Demokratie zu lernen, trauen sich nur 57 Prozent zu, selbstständig politische Informationen zu recherchieren. Eine deutliche Mehrheit von 76 Prozent wünscht sich, dass Schulen politische Themen stärker im Unterricht behandeln. Der Bericht betont, dass Klassenzimmer nach wie vor ein zentraler Ort sind, um demokratische Kompetenzen zu fördern und digitaler Radikalisierung entgegenzuwirken.
Bundesbildungsministerin Karin Prien warnt vor der Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Extremismus im Netz. Immer mehr Jugendliche kommen in sozialen Medien, Chatgruppen oder Gaming-Communities mit solchen Inhalten in Kontakt. Die Studie verweist zudem auf einen generellen Vertrauensverlust in zentrale Institutionen unter jungen Menschen.
Die Ergebnisse deuten auf eine wachsende Entfremdung zwischen Jugendlichen und demokratischen Institutionen hin. Schulen stehen unter Druck, sich anzupassen – mit Forderungen nach einer gestärkten politischen Bildung, um Online-Radikalisierung einzudämmen. Die Daten legen nahe, dass eine Verbesserung des persönlichen Wohlbefindens und der politischen Medienkompetenz helfen könnte, das Vertrauen in die Demokratie wiederherzustellen.






