23 April 2026, 20:19

NRW-Bibliotheken werden zu lebendigen Zentren für Kultur und Austausch

Eine Gruppe von Menschen, die an Computern auf Schreibtischen in einer Bibliothek arbeiten, umgeben von Bücherregalen, Monitoren, Tastaturen, Mäusen, Taschen auf dem Boden, Deckenlampen und Glasfenstern im Hintergrund.

NRW-Bibliotheken werden zu lebendigen Zentren für Kultur und Austausch

Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen entwickeln sich weit über ihre traditionelle Rolle als Buchausleihe hinaus

Mit über 1.700 Standorten ist Nordrhein-Westfalen (NRW) Spitzenreiter in Deutschland, was die Anzahl der Bibliotheken angeht. Längst sind diese nicht mehr nur Orte zum Ausleihen von Büchern, sondern lebendige Zentren für Lernen, Kreativität und sozialen Austausch. Nun mehren sich die Forderungen, die Öffnungszeiten – einschließlich sonntags und an Feiertagen – auszuweiten, um den Bedürfnissen der Gemeinschaft besser gerecht zu werden.

Allein 2023 verzeichneten die öffentlichen Bibliotheken in NRW über 22,3 Millionen Besuche – im Schnitt 1,2 pro Einwohner. Diese Einrichtungen haben sich zu dem entwickelt, was Heike Pflugner, Vorsitzende des Bibliotheksverbands NRW, als den "dritten Ort" bezeichnet: einen sozialen Anker neben Zuhause und Arbeitsplatz. Neben Büchern nutzen Besucher heute digitale Medien, Spielkonsolen, Computer und sogar 3D-Drucker.

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Anlässlich des Tags der Bibliotheken präsentieren viele Häuser mit Sonderveranstaltungen ihre erweiterte Rolle. Workshops zu Themen wie dem Erkennen von Falschmeldungen, dem Umgang mit Cybermobbing oder Grundlagen der Programmierung ziehen ein breites Publikum an. Prof. Friedrich Schönweiss betont ihre Bedeutung als "dynamische Zentren für Sprache, Kultur und Dialog" und fordert die Bibliotheken auf, diese erweiterte Mission anzunehmen.

Aktuell haben die meisten Bibliotheken nur unter der Woche geöffnet. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer setzt sich für Sonntags- und Feiertagsöffnungen ein und argumentiert, dass ein erweiterter Zugang der Bevölkerung besser diene. Schönweiss unterstützt diese Forderung und unterstreicht, dass Bibliotheken flexibel bleiben müssen, um in einer sich wandelnden Gesellschaft relevant zu bleiben.

Die Diskussion um längere Öffnungszeiten spiegelt die wachsende Nachfrage nach Bibliotheken als multifunktionale Begegnungsstätten wider. Mit Rekordbesucherzahlen und einem stetig erweiterten Angebot beweisen die Bibliotheken in NRW ihren Wert über Regale und Stille hinaus. Sollten die geplanten Änderungen umgesetzt werden, könnten sie einen neuen Standard für den öffentlichen Zugang in ganz Deutschland setzen.

Quelle