Neuer Atommüll-Transport erreicht Zwischenlager Ahaus nach 170 Kilometern
Darius CasparNeuer Atommüll-Transport erreicht Zwischenlager Ahaus nach 170 Kilometern
Am frühen Mittwochmorgen traf eine Lieferung mit atomarem Abfall im Zwischenlager Ahaus ein. Der Transport, der vom Forschungszentrum Jülich aus startete, legte 170 Kilometer ohne Zwischenfälle zurück. Polizei und Demonstranten verfolgten die Ankunft des Konvois aufmerksam – ein weiteres Kapitel in der fast 30-jährigen Geschichte des Standorts als Lagerstätte für radioaktives Material.
Der Konvoi verließ Jülich gegen 10 Uhr, begleitet von einer langen Fahrzeugkolonne. Rund 2.400 Beamte waren im Einsatz, um die Aktion zu überwachen. Patrick Schlüter von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte den Termin als "ungünstig gewählt". Trotz der angespannten Lage kam es während der Fahrt zu keinen Störungen.
Als der Castor-Behälter in den frühen Morgenstunden eintraf, hatten sich Protestierende versammelt. Hanna Poddig, die eine Mahnwache organisiert hatte, hatte zuvor mit der Polizei verhandelt, um Demonstranten den Zugang zum Gelände mit dem Fahrrad zu ermöglichen. Einige Aktivisten forderten ein Ende aller Atomtransporte, bis Deutschland ein Endlager für den Atommüll gefunden hat.
Das Zwischenlager Ahaus, etwa zwei Kilometer vom Stadtkern entfernt, nimmt seit fast 28 Jahren Lieferungen entgegen. Die genauen Zahlen bleiben unklar, doch in frühen Planungen war von bis zu 152 Behältern allein aus Jülich die Rede. Innenminister Herbert Reul äußerte, dass sich durch wiederholte Transporte ein "Gewöhnungseffekt" einstellen könnte – mit höchstens drei Castor-Fahrzeugen gleichzeitig im Einsatz.
Die jüngste Lieferung traf ohne Vorfälle ein, nachdem die Strecke stark polizeilich abgesichert worden war. Behörden und Aktivisten bleiben jedoch in der grundsätzlichen Frage der Atommülllagerung uneins. Bis auf Weiteres bleibt Ahaus ein zentraler Zwischenlagerstandort, während Deutschland nach langfristigen Lösungen sucht.






