16 March 2026, 06:17

Neue Missbrauchsfälle im Erzbistum Paderborn: 489 Opfer und symbolische QR-Codes auf Gräbern

Ein Buch mit Bildern von Innenräumen, Kunstgegenständen und Texten zur Geschichte und Bedeutung der Katholischen Kirche.

Neue Missbrauchsfälle im Erzbistum Paderborn: 489 Opfer und symbolische QR-Codes auf Gräbern

Erzbistum Paderborn steht wegen jahrzehntelangem Missbrauch durch Kleriker erneut in der Kritik

Eine aktuelle Studie deckte 210 beschuldigte Geistliche und 489 Opfer zwischen 1941 und 2002 auf. Gleichzeitig hat die Kirche damit begonnen, die Gräber belasteter Bischöfe mit QR-Codes zu kennzeichnen, die deren Fehlverhalten dokumentieren.

Am 12. März 2026 veröffentlichte die Universität Paderborn einen Bericht, der systematischen Missbrauch innerhalb des Erzbistums aufdeckte. Mehr als 200 Kleriker gerieten in den Fokus, fast 500 Opfer wurden für den Zeitraum von 1941 bis 2002 identifiziert. Daten zu Fällen nach 2002 liegen nicht vor.

Rund 200 Katholiken trafen sich in Dortmund, um über die Folgen des Skandals zu diskutieren. Ein Teilnehmer schlug vor, dass das Erzbistum 1 % seines Vermögens für Entschädigungen und Renten für Überlebende bereitstellen solle. Michael Heltner, der in einem kirchlichen Heim missbraucht wurde, forderte sowohl finanzielle Wiedergutmachung als auch langfristige psychologische Unterstützung.

Erzbischof Udo Markus Bentz bestätigte, dass 75–80 % der Opfer bereits Entschädigungen erhalten hätten. Zudem kündigte er an, in den kommenden beiden Tagen mit Gemeindegliedern in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück zusammenzukommen. Die Pfarreien wurden aufgefordert, den Missbrauch offener zu thematisieren – darunter auch die Ausrichtung eines Sonntags zur Reflexion.

Die Kirche hat auch symbolische Schritte unternommen: Auf den Gräbern von in Missbrauch verstrickten Bischöfen finden sich nun QR-Codes, die zu Aufzeichnungen über deren Taten und Versäumnisse verlinken.

Das Erzbistum bleibt unter Druck, mehr Transparenz und Entschädigungen zu leisten. Bentz versprach weitere Zahlungen, während Überlebende umfassendere Unterstützungsmaßnahmen einfordern. Die QR-Code-Initiative zeigt den Versuch, die Vergangenheit aufzuarbeiten – doch viele verlangen konkretere Taten.

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