15 March 2026, 08:16

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für Belarusslands demokratischen Widerstand

Vier Personen auf einem roten Teppich, die lächeln und für ein Foto posieren, mit einem 'Liberty Justice for All Awards'-Schild im Hintergrund.

Maria Kalesnikava erhält Karlspreis – ein Symbol für Belarusslands demokratischen Widerstand

Maria Kalesnikava, eine zentrale Figur der prodemokratischen Bewegung in Belarus 2020, ist mit einer der höchsten Auszeichnungen Europas geehrt worden. Der Internationale Karlspreis würdigte ihren Einsatz gegen das autoritäre Regime – noch während sie selbst in Haft saß. Ihre jüngste Freilassung und Übersiedlung nach Deutschland markieren nun ein neues Kapitel in ihrem Kampf für demokratischen Wandel.

Kalesnikava war im September 2020 in Minsk festgenommen worden, nachdem es massenhafte Proteste gegen Präsident Alexander Lukaschenko gegeben hatte. Ein Jahr später wurde sie zu elf Jahren Haft verurteilt – wegen ihrer Rolle in der Opposition. Trotz ihrer Inhaftierung verlieh ihr das Karlspreis-Komitee 2022 gemeinsam mit anderen Oppositionsführern die Auszeichnung für ihren Einsatz für Demokratie.

Die feierliche Überreichung in Aachen unterstrich Europas Unterstützung für Freiheit und demokratische Werte. Erst nach ihrer Entlassung im Dezember 2025 konnte Kalesnikava die Ehre persönlich entgegennehmen. In Deutschland trifft sie nun auf Swjatlana Zichanouskaja, eine weitere Oppositionsführerin, die Belarus bereits 2020 verlassen hatte.

Seit ihrer Ankunft in Deutschland hat Zichanouskaja zahlreiche Initiativen vorangetrieben, um Lukaschenkos Regime herauszufordern. Sie war maßgeblich an der Gründung des im Exil tätigen Koordinationsrats beteiligt und setzte sich für schärfere EU-Sanktionen ein, darunter das 14. Sanktionspaket 2023. Zu ihren Projekten zählen auch die Organisation des Vilnius-Forums 2023 und 2024, ein Treffen belarussischer Oppositionsgruppen, sowie die Lancierung der "Europäischen Plattform für ein demokratisches Belarus" in Berlin, die sich für freie Wahlen einsetzt.

Kalesnikavas Auftreten in Aachen stärkt den Willen der Opposition, weiter für ein demokratisches Belarus zu kämpfen. Die Verleihung des Karlspreises bekräftigt Europas anhaltende Solidarität mit jenen, die sich gegen autoritäre Herrschaft stellen. Beide Politikerinnen agieren nun von Deutschland aus und mobilisieren weiterhin internationale Unterstützung für den Wandel in ihrer Heimat.

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