12 March 2026, 04:38

"Ich war der Hitler von Köln": Wie ein Neonazi den Ausstieg schaffte

Ein schwarzer Hintergrund mit fetter weißer Schrift, die den Satz 'Es gibt in Amerika keinen Platz für Hass' zitiert - ein Zitat von Präsident Joe Biden.

"Ich war der Hitler von Köln": Wie ein Neonazi den Ausstieg schaffte

Ein ehemaliger Neonazi hat offen über seine Vergangenheit und seinen Weg aus der extremistischen Szene gesprochen. Axel Reitz, Autor des Buches "Ich war der Hitler von Köln", teilte seine Geschichte mit Schülern in Memmingen. Sein Werk bietet einen schonungslosen Einblick, wie Hass Wurzeln schlägt – und wie man sich daraus befreien kann.

Reitz besuchte die Fachober- und Berufsoberschule (FOS/BOS) in Memmingen, gekleidet in eine burgunderfarbene Jacke und einen Pullover. Er beantwortete die Fragen der Schüler direkt und sprach über seine Zeit in rechtsextremen Kreisen sowie den Moment, in dem er sich zum Ausstieg entschied.

Während seines Vortrags wurde ein Foto aus seiner Vergangenheit gezeigt: Es zeigte einen jüngeren Reitz mit gegeltem blondem Haar und einer schwarzen Lederjacke. Die Bildunterschrift lautete: "Ich war der Hitler von Köln" – eine drastische Erinnerung an seine frühere Identität.

Sein Buch verschweigt nicht die Brutalität des Extremismus. Stattdessen zeichnet es die schmale Grenze zwischen Radikalisierung und dem schwierigen Prozess des Loslassens nach. Heute engagiert sich Reitz gegen Hass und nutzt seine eigenen Erfahrungen, um andere zu warnen.

Die Veranstaltung gab den Schülern die Möglichkeit, aus erster Hand zu erfahren, wie sich Extremismus ausbreiten kann. Reitz' Schilderungen – sowohl persönlich als auch in seinem Buch – machen die Gefahren der Radikalisierung deutlich und zeigen zugleich, dass Veränderung möglich ist. Seine Geschichte bleibt ein seltener, ungeschönter Blick auf ein Leben, das einst vom Hass geprägt war.

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