Großrazzia gegen illegale Müllmafia: 63-Jähriger aus Unna soll kriminelles Netzwerk geleitet haben
Ortrun SteinbergGroßrazzia gegen illegale Müllmafia: 63-Jähriger aus Unna soll kriminelles Netzwerk geleitet haben
Großrazzia gegen illegale Müllentsorgung in Nordrhein-Westfalen: 63-Jähriger aus Unna angeklagt
Eine groß angelegte Ermittlung gegen illegale Abfallentsorgung in Nordrhein-Westfalen hat zu Anklagen gegen einen 63-jährigen Abfallhändler aus Unna geführt. Den Behörden zufolge soll er ein kriminelles Netzwerk geleitet haben, das tausende Tonnen belasteter Erde und gefährliche Abfälle an mehreren Standorten entsorgt hat. Die seit über eineinhalb Jahren laufenden Ermittlungen haben mittlerweile mehr als 40 Verdächtige im Visier.
Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Umweltkriminalität des Landes wirft dem Mann vor, illegale Deponien betrieben, mit gefährlichen Stoffen unsachgemäß umgegangen und organisierten Betrug begangen zu haben. Seit Oktober 2023 sitzt er in Untersuchungshaft. Seine Vorstrafenliste umfasst Bestechung und Steuerhinterziehung.
Den Ermittlern zufolge wurden rund 23.000 Tonnen kontaminierter Erde auf einem Gewerbegelände in Selfkant illegal abgelagert. Eine ähnliche Menge fand sich in Kiesgruben in Kamp-Lintfort. Weitere betroffene Gebiete sind der Tagebau Garzweiler. Der Beschuldigte und seine Komplizen sollen gefährliche Abfälle angenommen, vermischt und umetikettiert haben, um deren illegale Entsorgung zu verschleiern.
Bei einer Durchsuchung beschlagnahmten die Behörden 120.000 Euro Bargeld, 200 Gramm Gold und weitere Wertgegenstände aus dem Auto des Mannes. Es ist nicht sein erster Verstoß: Zwischen 2010 und 2013 war er an der illegalen Deponie von 25.000 Tonnen Ölpellets in Schermbeck beteiligt.
Mittlerweile erstreckt sich das Verfahren auch auf mehrere Entsorgungs-, Transport- und Baufirmen, die verdächtigt werden, in das System verwickelt zu sein.
Der Fall markiert die ersten offiziellen Anklagen in den langjährigen Ermittlungen zu Umweltstraftaten. Mit über 40 Beschuldigten prüfen die Behörden weiterhin das volle Ausmaß der illegalen Müllentsorgungsaktivitäten. Der Angeklagte bleibt in Haft, während die Ermittlungen ausgeweitet werden.