Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt heute fast ein Drittel teurer ist
Darius CasparHaarschnittpreise sind deutlich gestiegen - Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt heute fast ein Drittel teurer ist
Friseurpreise in Deutschland steigen stark – seit 2020 um fast ein Drittel
In den vergangenen fünf Jahren sind die Kosten für einen Haarschnitt in Deutschland deutlich gestiegen. Während Frauen heute 28 Prozent mehr für ihre Frisur zahlen, verteuerten sich Männer- und Kinderhaarschnitte seit 2020 sogar um 31 Prozent. Hinter dem Preisanstieg stecken höhere Löhne, explodierende Energiekosten und die Inflation – Faktoren, die sowohl Salons als auch Kunden unter Druck setzen.
Doch nicht nur die Preise ändern sich, sondern die gesamte Branche. Mittlerweile machen Barbiershops fast ein Fünftel der 80.363 eingetragenen Friseurbetriebe in Deutschland aus. Sie bieten oft günstigere Alternativen zu klassischen Salons, doch es gibt Bedenken hinsichtlich der Ausbildungsqualität in diesen neueren Betrieben.
2024 zahlt eine Frau im Schnitt rund 54 Euro für Schnitt, Wäsche und Föhn, während Männer etwa 33 Euro berappen. Umfragen zeigen: 28 Prozent der Kunden geben pro Besuch zwischen 15 und 29 Euro aus, 20 Prozent zahlen 30 bis 49 Euro. Eine kleinere Gruppe von 14 Prozent liegt mit über 50 Euro deutlich darüber.
Der Umsatz der Branche erreichte in diesem Jahr 7,67 Milliarden Euro, doch die Prognosen für 2025 sind düster. Weniger Kunden und sinkende Terminzahlen werden voraussichtlich zu rückläufigen Einnahmen führen. Traditionelle Salons spüren zunehmend die Konkurrenz durch Barbiershops, die in Städten boomen und oft mit niedrigeren Preisen locken.
Auch bei den Auszubildenden gibt es Verschiebungen: 2014 begannen noch 23.540 Menschen eine Friseurlehre, 2023 waren es nur noch 13.509. 2024 zeichnet sich ein leichter Aufschwung ab – vor allem, weil mehr Männer in den Beruf drängen, die mittlerweile über ein Drittel der Azubis stellen. Kritiker monieren jedoch, dass die Qualifikationen in Barbiershops häufig hinter der klassischen Friseurausbildung zurückbleiben und fragen nach den Folgen für die Servicequalität.
Steigende Kosten und veränderte Kundengewohnheiten prägen die deutsche Friseurbranche. Da die Preise seit 2020 um fast ein Drittel gestiegen sind, passen Verbraucher ihr Ausgabeverhalten an. Salons müssen nun den Spagat zwischen höheren Betriebskosten und dem Wettbewerb durch günstigere Barbiershops meistern – während der Rückgang an Auszubildenden langfristige Herausforderungen für den Berufsstand mit sich bringt.






