26 March 2026, 08:19

Femizide in Deutschland: Lesung in Lünen entlarvt tödliche Gewalt gegen Frauen

Altes Buchcover mit drei Frauen in traditioneller bayrischer Tracht, wobei eine ein herzförmiges Objekt auf einem Teller hält, datiert September 1918.

Femizide in Deutschland: Lesung in Lünen entlarvt tödliche Gewalt gegen Frauen

Öffentliche Lesung in Lünen zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Am 25. November 2025 findet in Lünen eine öffentliche Lesung zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen statt. Die Journalistin Julia Cruschwitz stellt um 17:00 Uhr ihr Buch "Femizide: Die Tötung von Frauen in Deutschland" vor. Die Veranstaltung lenkt den Blick auf das anhaltende Problem geschlechtsspezifischer Tötungen im Land.

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Organisiert wird die Lesung vom Büro für Gleichstellung und Frauenangelegenheiten der Stadt Lünen, gemeinsam mit der Volkshochschule Lünen und der Stadtbücherei Lünen. Sie findet im Persiluhr-Treffpunkt innerhalb der Stadtbücherei (Gartenstraße 4) statt. Der Eintritt ist frei, um eine vorherige Anmeldung über die Volkshochschule Lünen wird jedoch gebeten.

Cruschwitz' Buch untersucht, wie Frauen in Deutschland wegen ihres Geschlechts getötet werden – fast täglich wird ein solcher Fall gemeldet. Ihre Recherchen zeigen zudem, wie gesellschaftliche Einstellungen diese Verbrechen oft verharmlosen und als "Beziehungstragödien" statt als systemische Gewalt darstellen. Allein 2023 wurden offiziell 360 Femizide erfasst, davon waren 68,6 Prozent mit häuslicher Gewalt verbunden.

Im Anschluss an die Lesung besteht für das Publikum die Möglichkeit, mit der Autorin über das Thema zu diskutieren. Heike Tatsch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lünen, betont, dass Gewalt gegen Frauen ein gesellschaftliches Problem sei – kein privates – und kollektives Handeln erfordere.

Die Veranstaltung fällt zusammen mit einer weltweiten Kampagne gegen Gewalt an Frauen. Die Organisator:innen wollen mit der Lesung das Bewusstsein für Femizide in Deutschland schärfen und deren Normalisierung hinterfragen. Cruschwitz' Arbeit und die anschließende Diskussion sollen die öffentliche Debatte über Prävention und Verantwortung anregen.

Quelle