15 March 2026, 06:20

EU-Regeln bedrohen kleine Saatguthersteller – droht das Aus für seltene Sorten?

Ein Buch mit dem Titel "Archias Saatgut-Jahrbuch 1941" mit einem Cover, das Tomaten, Gurken, Paprika und Gläser mit verschiedenen Gemüsen zeigt.

EU-Regeln bedrohen kleine Saatguthersteller – droht das Aus für seltene Sorten?

Kleine Saatguthersteller in Deutschland blicken einer ungewissen Zukunft entgegen, da strengere EU-Vorschriften drohen. Viele in Düsseldorf befürchten, dass die neuen Regeln ihre Existenz bedrohen. Gleichzeitig setzen sich Saatgutbibliotheken in Köln und Neuss für den Erhalt seltener Pflanzensorten ein, indem sie kostenlose Saatgutleihe anbieten.

Die geplante EU-Verordnung sieht verschärfte Zertifizierungspflichten und höhere Gebühren vor. Sollten die Änderungen in Kraft treten, könnten kleine Produzenten vom Markt verdrängt werden – Hobbygärtner hätten dann nur noch Zugang zu standardisiertem Saatgut großer Konzerne. Die Verhandlungen begannen im Februar 2026, wobei das Europäische Parlament Ausnahmen fordert, um kleinere Anbieter zu unterstützen.

Der Rat der Agrarminister bleibt jedoch hart: Er pocht auf strenge Kontrollen. Ohne Nischenanbieter könnten traditionelle und seltene Sorten für immer verschwinden. Claudia Neufurth von der Stadtbibliothek Neuss verzeichnet eine hohe Nachfrage nach bestimmten Saatgutsorten – ein Zeichen für das große öffentliche Interesse am Erhalt der Artenvielfalt.

Für Selbstversorger wie Anne Mommertz wäre das neue Gesetz ein schwerer Schlag. Sie ist auf den Tausch von Saatgut mit anderen angewiesen, um ihr eigenes Gemüse anzubauen. Falls die Verordnung kommt, könnten solche Tauschgeschäfte stark eingeschränkt werden – mit dem Risiko, dass einzigartige Pflanzensorten verloren gehen.

Das Ergebnis der EU-Verhandlungen wird entscheiden, ob kleine Saatguthersteller weiterbestehen können. Treten die strengeren Regeln in Kraft, müssten viele schließen – und der Zugang zu vielfältigem Saatgut würde schrumpfen. Saatgutbibliotheken und Gärtner warten nun darauf, ob es Ausnahmen geben wird.

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