02 April 2026, 14:16

Digitale Gewalt: Warum fast jeder zweite Jugendliche betroffen ist

Balkendiagramm mit der Bezeichnung "Internetpenetration bis 2030", das die projizierten Internetnutzungsprozentsätze für vier Länder in den Farben Blau, Grün, Gelb und Rot von 0% bis 100% zeigt.

Digitale Gewalt: Warum fast jeder zweite Jugendliche betroffen ist

Digitale sexualisierte Gewalt unter Jugendlichen ist weit verbreiteter, als viele denken. Fast die Hälfte aller Jugendlichen in Deutschland war bereits mit einer Form von sexualisierter Belästigung im Netz konfrontiert – das zeigen aktuelle Studien. Yasmina Ramdani, Expertin für Präventionsarbeit, setzt sich seit Jahren in Schulworkshops mit dem Thema auseinander. Doch sie betont: Echter Wandel beginnt bei den Erwachsenen.

Im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojekts in Thüringen erreichte Ramdani rund 5.000 Schülerinnen und Schüler. Ihre Workshops behandelten digitale sexualisierte Gewalt – von Cybergrooming bis zu Grenzverletzungen in Gruppenchats. Das Ausmaß des Problems ist alarmierend: Eine Studie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit aus dem Jahr 2025 ergab, dass fast jedes vierte Kind bereits Cybergrooming erlebt hat.

Das Internet verstärkt die Risiken, indem es Täterinnen und Tätern Zugang verschafft, den sie offline nie hätten. Ramdani weist darauf hin, dass viele Vorfälle im vertrauten Umfeld passieren – in Freundeskreisen oder Klassenchats. Sie ist überzeugt: Die Sicherheit von Kindern hängt davon ab, wie gut sie in ihrem Umfeld – zu Hause wie in der Schule – darauf vorbereitet werden.

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Zwar begrüßt Ramdani die wachsende Aufmerksamkeit für das Thema, etwa durch die öffentliche Debatte nach Fällen wie dem von Collien Fernandes. Doch Prävention müsse noch viel weiter gehen, fordert sie. Besonders Eltern müssten ihr eigenes Verhalten und ihre Haltung zu digitalen Grenzen hinterfragen. In Bildung zu investieren, koste jetzt weit weniger, als später die Folgen zu bewältigen, so ihre klare Botschaft.

Doch trotz des Erfolgs des Pilotprojekts gibt es keine klaren Daten darüber, wie viele Schulen in Deutschland seitdem ähnliche Programme eingeführt haben.

Die Zahlen zeigen eine erschreckende Realität: Fast die Hälfte der Jugendlichen ist von digitaler sexualisierter Gewalt betroffen. Ramdanis Workshops beweisen, dass Prävention wirkt – doch eine flächendeckende Umsetzung bleibt ungewiss. Ohne weitere Maßnahmen wird die Kluft zwischen Risiko und Schutz bestehen bleiben.

Quelle