Christian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm digitale Identitätsfälschung und Frauenfeindlichkeit vor
Mina BenthinChristian Ulmen in der Krise: Ex-Frau wirft ihm digitale Identitätsfälschung und Frauenfeindlichkeit vor
Christian Ulmen, einst ein bekannter Komiker und TV-Moderator, sieht sich nun schweren Vorwürfen seiner Ex-Frau Collien Fernandes ausgesetzt. Sie wirft ihm vor, unter ihrem Namen gefälschte Online-Profile erstellt, explizite Inhalte verbreitet und sich betrügerisch verhalten zu haben. Die Anschuldigungen haben die Kritik an Ulmens früherem Werk neu entfacht, das viele heute als zutiefst frauenfeindlich betrachten.
Bekannt wurde Ulmen in den mittleren 2000er-Jahren mit Formaten wie Mein neuer Freund, in dem er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund" spielte. Eine seiner berüchtigtsten Figuren war Alexander von Eich, ein wohlhabender Aristokrat, der seine Freundin mit einem Stock demütigte und dabei "Franziskarrrrr!" brüllte. Das Konzept der Show bestand oft darin, dass der Freund sich so lange unmöglich benahm, bis die Frau entweder ging oder die Behandlung für eine Geldprämie erduldete.
Auch in anderen Projekten wie UlmenBauernBaden (2004–2006) oder Ulmen setzte er auf sexistischen Humor, provokante Sketche und Interviews, die Frauen zum Objekt degradierten. In der von ihm moderierten Show Wer will meine Freundin vögeln? traten Männer in einem Wettbewerb gegeneinander an, um zu bestimmen, wer die "heißeste" Freundin hatte. Kritiker:innen bewerten diese Formate heute als Verstärkung schädlicher Geschlechterklischees – besonders im Licht der #MeToo-Debatte.
Als die Beziehung zwischen Ulmen und Fernandes 2010 öffentlich wurde, fragten sich manche, warum ein "brillanter, geistreicher Intellektueller" wie Ulmen mit einer "hübschen, aber austauschbaren" Viva-Moderatorin zusammen sei. Fernandes hat sich inzwischen zu Wort gemeldet und seine Handlungen – darunter die Online-Imitation ihrer Person – als "virtuelle Vergewaltigung" bezeichnet. Ihre Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Fällen, in denen Frauen missbräuchliches Verhalten von Männern aufdecken.
Fernandes' Vorwürfe haben Ulmens Karriere und sein früheres Verhalten erneut in den Fokus gerückt. Im Netz greifen viele die Worte der Missbrauchsüberlebenden Gisèle Pelicot auf: "Die Scham muss die Seite wechseln." Der Fall zeigt, wie einst als normal geltende Frauenfeindlichkeit in der Unterhaltungsbranche heute mit kritischerem Blick betrachtet wird.






