Bochum sucht Kompromiss für faire Taxi- und App-Preise bis Ende 2024
Eleonora JunitzBochum sucht Kompromiss für faire Taxi- und App-Preise bis Ende 2024
In Bochum wird derzeit diskutiert, wie die Preise zwischen traditionellen Taxis und Fahrvermittlungs-Apps wie Uber und Bolt ausgeglichen werden können. Die von der SPD geführte Stadtverwaltung hat einen Kompromissvorschlag vorgelegt, der für beide Dienstleistungen einheitliche Höchstpreise vorsieht. Dies geschieht vor dem Hintergrund anhaltender Streitigkeiten in der Nachbarstadt Essen, wo schärfere Regelungen für appbasierte Anbieter umstritten sind.
Im Mittelpunkt der Debatte in Bochum steht die Frage der Chancengleichheit zwischen Taxis und digitalen Plattformen. Laut aktuellem Vorschlag sollen beide tagsüber bis zu 2,50 Euro pro Kilometer und nachts bis zu 3,50 Euro berechnen dürfen. In Essen hingegen fordern grüne und FDP-Stadträte separate Genehmigungen für Fahrvermittlungsdienste sowie eine Obergrenze von 2 Euro pro Kilometer – was zu einer Blockade im Stadtrat bis mindestens März 2026 geführt hat.
Die Bochumer FDP vertritt eine andere Position und warnt davor, appbasierte Dienste "zu dämonisieren". Léon Beck, Vorsitzender des lokalen FDP-Verbands, schlägt vor, dass Taxis flexiblere Preismodelle einführen könnten, etwa durch günstigere Tarife oder im Voraus vereinbarte Festpreise. Die Partei erwägt, eine Petition zu starten, um diese Änderungen voranzutreiben, und behauptet, dabei auf breite öffentliche Unterstützung zu zählen.
Unterdessen hat die Stadt ein Gutachten in Auftrag gegeben, das ein neues Preismodell prüfen soll. Die Ergebnisse werden nach der Sommerpause erwartet. Die Verwaltung zeigt sich zudem offen für eine Aktualisierung der Taxivorschriften, falls die Betreiber dies als Möglichkeit sehen, mit den Apps zu konkurrieren.
Ziel des Bochumer Vorschlags ist es, gleiche Wettbewerbsbedingungen für Taxis und Fahrvermittlungsdienste zu schaffen. Sollte der neue Tarifrahmen angenommen werden, würde er voraussichtlich Ende 2024 in Kraft treten. Essens strengerer Ansatz bleibt derweil blockiert. Das Ergebnis in Bochum könnte Einfluss darauf haben, wie andere deutsche Städte ähnliche Preiskonflikte regeln.






