02 April 2026, 08:21

Berufliche Ausbildung in NRW: Historischer Tiefstand bei Abschlussprüfungen 2023

Altes deutsches Aktienzertifikat für "Niesen-Bahn-Gesellschaft" mit grünem Rand und gedrucktem Text, wahrscheinlich von der deutschen Regierung ausgegeben.

Anzahl der bestandenen Ausbildungsprüfungen erreicht neuen Tiefstand - Berufliche Ausbildung in NRW: Historischer Tiefstand bei Abschlussprüfungen 2023

Die berufliche Ausbildung in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat einen besorgniserregenden Tiefstand erreicht. 2023 bestanden nur noch 85.800 Auszubildende ihre Abschlussprüfung – der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Dieser Rückgang ist Teil eines anhaltenden Trends: Seit einem Jahrzehnt sinkt die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge, während gleichzeitig immer mehr Ausbildungen vorzeitig abgebrochen werden.

Die Abwärtsspirale begann bereits vor Jahren. 2015 befanden sich noch 303.681 Auszubildende in einer dualen Berufsausbildung in NRW, doch bis 2024 sank diese Zahl auf 272.163 – ein Rückgang um 10,4 Prozent. Auch die Zahl der Neuverträge ging zurück: von 115.956 im Jahr 2015 auf 105.000 im Jahr 2024. Prognosen deuten darauf hin, dass sie 2025 weiter auf 99.246 fallen wird. Die COVID-19-Pandemie verschärfte die Lage zusätzlich, da sich während der Lockdowns und wirtschaftlicher Unsicherheit weniger junge Menschen für eine Ausbildung entschieden.

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Auch die vorzeitigen Vertragsauflösungen nahmen dramatisch zu. Über 37.100 Auszubildende brachen 2024 ihre Ausbildung ab – der höchste Wert seit zehn Jahren. Besonders betroffen war die Polizeiausbildung: Hier stiegen die Abbruchquoten von 21 Prozent im Jahr 2020 auf 24 Prozent 2021, bevor sie sich 2022 bei 23 Prozent einpendelten.

Trotz der schrumpfenden Zahlen blieb die Prüfungsleistung stabil. Die Bestehensquote bei den Abschlussprüfungen lag 2023 bei 88 Prozent und entsprach damit den Vorjahren. Dennoch ist der Gesamttrend alarmierend: 2014 schlossen noch rund 108.100 Auszubildende ihre Ausbildung erfolgreich ab, 2023 waren es nur noch 85.800 – ein Rückgang um 3,4 Prozent allein im Vergleich zu 2022.

Die aktuellen Zahlen bestätigen einen langfristigen Niedergang der beruflichen Ausbildung in NRW. Mit immer weniger Ausbildungsanfängern, steigenden Abbruchzahlen und historisch niedrigen Abschlussquoten gerät das System zunehmend unter Druck. Die Daten deuten darauf hin, dass gezielte Maßnahmen erforderlich sind, um den Trend umzukehren und die Ausbildungszahlen zu stabilisieren.

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