Atommüll aus Jülich soll 2027 nach Ahaus – doch wohin dann?
Deutschland bereitet die Verlegung von 152 Behältern mit atomarem Abfall vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus vor – trotz jahrelanger Proteste und ungeklärter Endlagerpläne. Die ersten Transporte sind für 2027 vorgesehen und markieren den Beginn einer lange verzögerten Aktion, die seit 2013 auf rechtliche und politische Hindernisse stößt.
Der Atommüll lagert bereits seit 40 Jahren im Forschungszentrum Jülich, obwohl dessen Versuchsreaktor bereits 1988 abgeschaltet wurde. Nun will die Einrichtung das Material abtransportieren lassen, da sie ihren Schwerpunkt auf Quantencomputing-Forschung verlegt und sich nicht länger mit der Abfallbewirtschaftung befassen möchte.
Nach der Stilllegung des Forschungsreaktors 1988 blieb der Atommüll in Jülich zurück. Jahrzehntelang fand sich keine dauerhafte Lösung, sodass das Material in einem vor Ort errichteten Zwischenlager verblieb. Seit 2013 betreibt die Anlage dieses Lager ohne gültige Genehmigung – was die rechtlichen Probleme zusätzlich verschärft.
Ein langjähriger Streit über die Zukunft des Atommülls hat die Stadt Ahaus, Anti-Atomkraft-Aktivisten und staatliche Behörden in Konflikt gebracht. Trotz Protesten und Klagen konnte der geplante Transport nicht verhindert werden, auch wenn Bedenken gegenüber dem Zwischenlager Ahaus bestehen. dessen Genehmigung 2036 ausläuft, während die 152 Castor-Behälter in mehr als 50 separaten Transporten eintreffen sollen.
Deutschlands erneutes Interesse an Kernenergie steht im Widerspruch zur ungelösten Frage der Endlagerung. Das Forschungszentrum Jülich, das nun den Fokus auf Quantencomputing legt, weigert sich, den Müll länger aufzubewahren. Da kein Endlager feststeht, wird der Atommüll vorerst in Zwischenlagern verbleiben – zunächst in Ahaus, möglicherweise später an einem anderen Ort.
Die ersten Behälter sollen 2027 Jülich verlassen und den Beginn eines jahrelangen Transportprozesses einläuten. Das umstrittene Zwischenlager Ahaus wird den Atommüll mindestens bis 2036 aufnehmen, wenn seine Genehmigung ausläuft. Doch wohin der Müll danach kommt, bleibt ungewiss – die langfristige Lagerung ist weiterhin ungeklärt.






