10 April 2026, 18:20

Vonovia fordert radikale Reform der Mietpreisbremse – trotz Rekordgewinnen und steigender Mieten

Schwarze-weißes Architekturzeichnung eines Hauses mit zahlreichen Fenstern und einem Dach, beschriftet als erstes Haus in Deutschland, begleitet von detaillierten Bauplänen und Text.

Vonovia-Chef fordert Reform der Mietpreisdeckel-Regelung - Vonovia fordert radikale Reform der Mietpreisbremse – trotz Rekordgewinnen und steigender Mieten

Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia fordert grundlegende Reform der Mietpreisbremse

Der größte private Wohnungsanbieter Deutschlands, Vonovia, hat eine umfassende Überarbeitung der Mietpreisregulierung gefordert. Unternehmenschef Rolf Buch kritisierte das aktuelle System als unwirksam und schädlich für den Wohnungsmarkt. Die Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen einen deutlichen finanziellen Aufschwung verzeichnete: Nach einem Verlust im Vorjahr stiegen die Gewinne 2022 stark an.

Im ersten Dreivierteljahr 2022 erzielte Vonovia einen Nettogewinn von rund 3,4 Milliarden Euro – ein markanter Umschwung gegenüber dem gleichen Zeitraum 2021, als das Unternehmen noch einen Verlust von etwa 592 Millionen Euro verbucht hatte. Gleichzeitig stiegen die durchschnittlichen Monatsmieten des Konzerns um 4,3 Prozent auf 8,28 Euro pro Quadratmeter.

Die 2015 eingeführte Mietpreisbremse soll in Ballungsräumen übermäßige Mietsteigerungen begrenzen, indem Neuvermietungen maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Vergleichsmietspiegel liegen dürfen. Doch Buch argumentiert, die Regelung schütze einkommensschwache Mieter nicht mehr ausreichend und verschärfe sogar den Wohnungsmangel. Er plädiert für eine Neugestaltung, die faire Mieten ermöglicht, ohne sozial Benachteiligte zu vernachlässigen.

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Unter Buchs Führung expandierte Vonovia aggressiv und übernahm Unternehmen wie Gagfah, Buwog und Deutsche Wohnen. Bis Ende September 2022 lag die bundesweite Durchschnittsmiete bei 8,11 Euro pro Quadratmeter. Buch wird das Unternehmen zum Jahresende verlassen; sein Nachfolger wird Luka Mucic, ehemaliger SAP-Manager und aktueller Vodafone-Finanzvorstand.

Vonovias Vorstoß für eine Reform der Mietpreisbremse fällt mit einer starken Geschäftsentwicklung und steigenden Mieten zusammen. Der scheidende Vorstandsvorsitzende wirbt für ein System, das Mieter schützt und gleichzeitig marktwirtschaftliche Fairness wahrt. Mit dem Führungswechsel 2023 dürfte die Debatte über die deutsche Wohnungsmarktpolitik weiter an Fahrt aufnehmen.

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