Suchthilfe in Deutschland kämpft mit Rekordnachfrage und Geldmangel
Darius CasparSuchthilfe in Deutschland kämpft mit Rekordnachfrage und Geldmangel
Suchthilfe in Deutschland: Wachsende Nachfrage, prekäre Finanzlage
Die Suchtberatungsstellen in Deutschland verzeichnen eine steigende Nachfrage bei gleichzeitig massiven finanziellen Engpässen. Allein im Jahr 2024 unterstützte das Diakonische Werk in seiner Beratungsstelle an der Mittelstraße 12 in Mönchengladbach 918 Menschen. Doch bundesweit kämpfen drei Viertel der öffentlich geförderten Einrichtungen damit, ihre Kosten zu decken.
Die Diakonie bietet Suchthilfe seit 1975 an. Nun fordert sie dringend Maßnahmen, um eine nachhaltige Finanzierung und eine größere Anerkennung dieser lebenswichtigen Dienstleistungen zu sichern.
Die Beratungsstelle des Diakonischen Werks in Rheydt hilft bei Abhängigkeiten von Alkohol, Medikamenten und digitalen Medien. Das Angebot umfasst Einzelgespräche, Peer-Beratungen sowie Informationsveranstaltungen für Betroffene und Fachkräfte. Das Team unterstützt zudem bei der Vermittlung in Therapien und weitere Hilfsangebote, um Krisen und langfristige gesundheitliche Folgen zu verhindern.
2024 suchten 918 Menschen die Mönchengladbacher Stelle auf – ein Trend, der sich auch in anderen Regionen zeigt: In Nordrhein-Westfalen wurden 2024 in 172 Einrichtungen 82.811 Fälle registriert, in Baden-Württemberg waren es 2021 über 50.000 Betroffene. Ein einzelner Caritas-Verband verzeichnete 2023 mehr als 9.300 Kontakte. Bundesweite Vergleichsdaten zu Vorjahren fehlen jedoch.
Trotz ihrer wichtigen Rolle arbeiten die meisten Beratungsstellen mit knappen Budgets. Die Diakonie warnt, dass die Unterfinanzierung Dienstleistungen gefährdet, die Kriminalität reduzieren, Bildung fördern und soziale Teilhabe ermöglichen. Sie appelliert an Politik, Gesellschaft und Medien, die Suchthilfe als zentralen Bestandteil der Gesundheits- und Sozialpolitik anzuerkennen.
Das Diakonische Werk leistet weiterhin unverzichtbare Arbeit – doch die finanziellen Belastungen bleiben eine große Herausforderung. Ohne stabile Förderung drohen Kürzungen bei Angeboten, die Menschen helfen, Abhängigkeiten zu überwinden und ihr Leben neu aufzubauen. Der Aufruf unterstreicht den Bedarf an langfristigen Lösungen in der Suchthilfe.






