Solinger Kirchenkreis steht vor historischer Fusion mit Nachbarregionen
Eleonora JunitzSolinger Kirchenkreis steht vor historischer Fusion mit Nachbarregionen
Kirchenkreis Solingen berät über Fusion auf Herbstsynode
Dieses Wochenende findet die Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Solingen in der Stadtkirche Mitte am Fronhof statt. Die Delegierten werden über einen zentralen Vorschlag debattieren: die Zusammenlegung mit den benachbarten Kirchenkreisen Düsseldorf-Mettmann und Niederberg. Die Diskussionen folgen monatelangen Vorbereitungen und könnten die kirchliche Struktur der Region in den kommenden Jahren grundlegend verändern.
Erste Gespräche über die Fusion begannen im Sommer 2025 zwischen Solingen und den beiden Nachbarkirchenkreisen. Bei einem gemeinsamen Treffen der drei synodalen Leitungsgremien wurde später beschlossen, das Verfahren offiziell vorzuschlagen – mit einem geplanten Starttermin im Januar 2026. Sollte der Beschluss fallen, würde die Umsetzung drei bis vier Jahre dauern. Dabei wären die Beteiligung aller Gemeinden sowie die finale Zustimmung der Landeskirche erforderlich.
Am Freitagabend steht auf der Synode vor allem die Finanzplanung im Mittelpunkt, darunter die Verabschiedung des Haushalts 2026. Zudem wird Pfarrerin Astrid Klumb für ihr Engagement geehrt. Am folgenden Tag stimmen die Delegierten über den Start des Fusionsprozesses ab und beraten über die Initiative "Klingenkirche 2030".
Superintendentin Dr. Ilka Werner argumentiert, dass die Bewahrung der Eigenständigkeit Solingens die Ressourcen des Kirchenkreises überlasten würde. Eine Fusion böte ihrer Ansicht nach mehr Effizienz, während die Solinger Gemeinden innerhalb des neuen Kirchenkreises dennoch eine eigene Identität bewahren könnten. Auch der neu gewählte Oberbürgermeister der Stadt, Daniel Flemm, wird am Samstagmorgen vor der Synode sprechen.
Der Vorschlag stammt vom Kreissynodalvorstand (KSV) Solingen, der in der Fusion eine pragmatische Lösung sieht. Bisher liegen jedoch keine konkreten Angaben vor, wie viele Gemeinden betroffen wären oder wie die genaue Struktur des neuen Kirchenkreises aussehen soll.
Die Entscheidung der Synode an diesem Wochenende wird darüber bestimmen, ob das Fusionsverfahren Anfang 2026 beginnt. Bei einer Zustimmung folgen ausführliche Beratungen mit den Gemeinden und der Landeskirche. Das Ergebnis könnte die administrative und finanzielle Landschaft des Solinger Kirchenkreises in den nächsten Jahren maßgeblich prägen.






