Sechs NRW-Dörfer erhalten nach Kohleabbau eine überraschende Rettungschance
Mina BenthinSechs NRW-Dörfer erhalten nach Kohleabbau eine überraschende Rettungschance
Sechs Dörfer in Nordrhein-Westfalen, die einst durch den Braunkohleabbau bedroht waren, erhalten nun eine zweite Chance. Ministerin Ina Scharrenbach besuchte die Region am Montag, dem 10. November 2025, um umfangreiche Fördermittel für ihre Wiederbelebung zu verkünden. Das Geld soll helfen, die Gemeinschaften und die Infrastruktur nach Jahren der Umsiedlung aufgrund des Ausbaus der Kohlegruben wieder aufzubauen.
Zwischen 2020 und 2026 wurden die Dörfer Lützerath, Keyenberg, Kuckum, Unterbrauken, Ophoven und Holzweiler umgesiedelt, um Platz für die Tagebaue Hambach und Garzweiler zu machen. Lützerath war im Januar 2023 das letzte Dorf, das weichen musste – für Garzweiler II. Statt einer Abrissbirne wurden ganze Gemeinden umgesiedelt und so ihr Fortbestand gesichert.
Das Überleben dieser Dörfer wurde möglich, nachdem Nordrhein-Westfalen im Oktober 2022 den beschleunigten Ausstieg aus der Braunkohle beschloss. Nun investiert das Land massiv in ihre Zukunft. In der Herz-Jesu-Kirche in Kuckum überreichte Scharrenbach einen Förderbescheid über 14,3 Millionen Euro für fünf Dörfer im Kreis Heinsberg. Weitere 60 Millionen Euro fließen nach Morschenich, wo unter anderem der Wiederaufbau der historischen Kirche als Kulturzentrum geplant ist.
Die Stadt Erkelenz selbst rechnet mit rund 170 Millionen Euro für die erhaltenen Dörfer, darunter ein Rückkaufprogramm für ehemalige Bewohner und lokale Arbeitskräfte. Die Mittel sollen Straßen und Abwassersysteme modernisieren und sogar einen ehemaligen Kindergarten in Keyenberg zu einem Gemeinschaftszentrum umbauen. Laut Scharrenbach gehe es bei der Energiewende nicht nur um die Schließung von Gruben, sondern um die Wiederherstellung von Heimat und Zukunftsperspektiven.
Die geretteten Dörfer – Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich, Berverath und Merzenich – stehen nun vor einer Phase des Wiederaufbaus. Mit Millioneninvestitionen in Infrastruktur und Gemeinschaftsprojekte verschiebt sich der Fokus von der Umsiedlung zur Revitalisierung. Die Fördergelder sollen sicherstellen, dass diese Dörfer auch lange nach der Stilllegung der Gruben blühen.






