18 June 2026, 12:18

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim nichts mit der Pest zu tun hat

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinder-Märchen 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum der Kinderreim nichts mit der Pest zu tun hat

Das Kinderreimchen „Ringel, Ringel, Reihe“ wird oft mit düsteren historischen Ereignissen in Verbindung gebracht. Manche glauben, es beziehe sich auf die Große Pest von London im Jahr 1665 oder den Schwarzen Tod im England des 14. Jahrhunderts. Andere argumentieren, es habe schlicht ein Kinderspiel ohne solche Bezüge gewesen.

Die Textzeilen des Reims – etwa „ein Töpfchen voller Blumen“ oder „Asche! Asche! Wir fallen alle hin“ – wurden als Pest-Anspielungen gedeutet. Blumensträuße galten damals als Schutz vor der Krankheit, während Asche und das Hinfallen auf Verbrennung und Tod hindeuten könnten. Die „Rosen“ könnten zudem auf die ringförmigen Hautausschläge der Beulenpest anspielen, und Niesen oder der Sturz würden Symptome nachahmen.

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Doch Historiker weisen darauf hin, dass die früheste gedruckte englische Fassung erst 1881 erschien – lange nach den Pestepidemien. Wahrscheinlich entstand der Reim als Singspiel im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Viele Varianten enthalten überhaupt keine pestbezogenen Bilder, was die These stützt, dass es sich von Anfang an um ein harmloses Kinderlied handelte.

Trotz beliebter Theorien gibt es keine Belege für einen direkten Zusammenhang mit der Pest. Seine anhaltende Popularität verdankt der Reim vielmehr seiner einfachen, spielerischen Nutzung durch Kinder. Die historischen Deutungen bleiben spekulativ – und entbehren einer faktischen Grundlage.

Quelle