Podcaster Ben Berndt wehrt sich gegen Forderungen der Medienanstalt nach Höcke-Interview-Änderungen
Eleonora JunitzPodcaster Ben Berndt wehrt sich gegen Forderungen der Medienanstalt nach Höcke-Interview-Änderungen
Der Podcaster Ben Berndt ist von der Landesmedienanstalt Nordrhein-Westfalen aufgefordert worden, sein Interview mit Björn Höcke in seinem Podcast ungeskriptet zu überarbeiten. Die betreffende Folge wurde bereits über sechs Millionen Mal gestreamt. Berndt hatte die Episode zuvor bereits nach einem Hinweis auf einen sachlichen Fehler von Frauke Petry korrigiert.
Die Landesmedienanstalt hat Berndt bis zum 30. Juni Zeit gegeben, zu bestätigen, ob er die geforderten Änderungen vorgenommen und erläuternde Anmerkungen hinzugefügt hat. Die Behörde bezeichnet die Aufforderung als „Hinweis“ und betont, es handele sich um die „mildeste Maßnahme“ – Vorwürfe der Zensur weist sie zurück.
Berndt reagierte mit Widerstand. Er erklärte, keine weiteren Änderungen vornehmen zu wollen, und sagte: „Wenn ich nachgebe, könnten Tausende andere Podcaster anfangen, sich selbst zu zensieren.“ Zudem betonte er: „Der Staat will mich zensieren. Da habt ihr euch den Falschen ausgesucht.“
Seit 2020 überwachen die Landesmedienanstalten bestimmte Online-Inhalte. Allein die nordrhein-westfälische Behörde hat in diesem Zeitraum 38 solche Hinweise erteilt. Im Mittelpunkt des Streits steht die Höcke-Folge und die Frage, ob Berndt der Aufforderung nachkommt. Sollte er sich weigern, könnte der Fall über einen bloßen Hinweis hinaus eskalieren. Die Entscheidung der Medienanstalt spiegelt ihre generelle Rolle bei der Kontrolle von Online-Inhalten wider.
