NRW kündigt Porr-Vertrag für Rheinbrücke Leverkusen wegen schwerer Baumängel
Mina BenthinNRW kündigt Porr-Vertrag für Rheinbrücke Leverkusen wegen schwerer Baumängel
Nordrhein-Westfalen hat den Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr für die neue Rheinbrücke in Leverkusen gekündigt. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) verteidigte die Entscheidung mit gravierenden Mängeln und Fehlern in den Stahlbauteilen. Der Schritt soll die Fertigstellung der Brücke beschleunigen, die nun für Mitte 2028 erwartet wird.
Das Projekt umfasst zwei parallele Brücken, von denen eine bereits in Betrieb ist, während die zweite noch gebaut wird. Derzeit laufen die Stahlbauarbeiten, während die Montage der Pylone für September 2026 geplant ist.
Wüst begründete die Vertragsauflösung mit systematischen Problemen in der Arbeit von Porr. Die Bundesregierung fordert nun Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro. Das Unternehmen wiederum hat eine Gegenklage über mehr als 200 Millionen Euro eingereicht, die bereits erbrachte Leistungen und nicht erfüllte Dienstleistungen abdecken soll.
Der Streit wird vor dem Landgericht Köln verhandelt. Für den 16. Oktober ist ein Güte- und Verhandlungstermin angesetzt, um die Berechtigung beider Forderungen zu prüfen. Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) betonte, dass das Land unabhängig vom Urteil keine negativen Folgen erwarte.
Das finanzielle Risiko des Rechtsstreits könnte sich auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen – inklusive möglicher Zinsen und Zeszinsen, was die Einsatzhöhe für beide Seiten weiter erhöht.
Die Vertragskündigung hat eine juristische Auseinandersetzung mit hohem Streitwert ausgelöst. Das Gerichtsurteil wird über die finanziellen Verpflichtungen und das weitere Tempo des Brückenbaus entscheiden. Trotz des laufenden Konflikts bleibt das Projekt auf Kurs für eine Fertigstellung bis Mitte 2028.
