Neue Strategien sollen Netzausbau für Ökostrom günstiger und effizienter machen
Darius CasparNeue Strategien sollen Netzausbau für Ökostrom günstiger und effizienter machen
Netzbetreiber kämpfen damit, mit dem rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien Schritt zu halten. Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln schlägt nun neue Wege vor, um Kosten zu senken und die Effizienz in der Stromverteilung zu steigern.
Der Ausbau der Netze zur Integration erneuerbarer Energien wird bis 2045 durchschnittlich 350 Milliarden Euro kosten. Aufgrund regionaler Unterschiede könnten die Anschlussgebühren für neue Wind- oder Solarprojekte laut EWI-Berechnungen zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt liegen.
Das Institut empfiehlt, Solar- und Windparks an gemeinsamen Netzzugangspunkten zu bündeln. Dieser Ansatz könnte die Ausbaukosten um jährlich 1,8 Milliarden Euro verringern. Zudem würde die Netzauslastung verbessert, was die Notwendigkeit reduziert, überschüssigen Ökostrom abzuregeln.
Gleichzeitig wurde in der Schweiz ein neues Dashboard eingeführt, das regionale Prognosen zur Solarstromerzeugung liefert. Dieses Tool nutzt Daten aller Solaranlagen, um Betreibern eine präzisere Vorhersage der Stromproduktion zu ermöglichen.
Allerdings bleiben die aktuellen Anreize zur Optimierung von Netzanschlüssen unvollständig. Ohne bessere politische Rahmenbedingungen könnten Ineffizienzen zu Wohlfahrtsverlusten führen. Gemeinsame Zugangspunkte könnten in manchen Fällen zwar die Abregelung erhöhen, doch das EWI betont, dass die Gesamtvorteile die Nachteile überwiegen.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen könnten jährliche Nettoeffizienzgewinne von 800 Millionen Euro bringen – durch geringere Verteilungskosten und weniger Abregelung von Ökostrom. Ziel der Änderungen ist es, den Netzausbau bis 2045 bezahlbarer und wirksamer zu gestalten.
