09 May 2026, 12:17

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum radikalen Beziehungsexperiment

Ein Mann und eine Frau in Fracks, die Mikrofone auf einer Bühne halten, mit einem sitzenden Orchester dahinter vor einem dunklen Hintergrund.

Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum radikalen Beziehungsexperiment

Das Staatstheater Wiesbaden wagt mit Mozarts Così fan tutte einen radikalen Neuanfang – und verwandelt die Oper in der kommenden Spielzeit in ein Echtzeit-Experiment über Beziehungen, das die Grenzen zwischen Kunst und Leben verwischt. Regie führt Marie-Ève Signeyrole, die mit ihrer Inszenierung alle Fassade abstreifen und die nackte Wahrheit über die moderne Liebe freilegen will.

Die Bühne wird zum Campus einer Kunsthochschule, das Publikum zu studierenden Beobachtern des Geschehens. Für diesen ungewöhnlichen Abend kostet die Eintrittskarte nur 10 Euro – doch das Erlebnis verspricht alles andere als gewöhnlich zu werden.

Das Experiment beginnt, noch bevor die Zuschauer ihren Platz einnehmen. Der Abend startet hinter der Bühne und hebt damit die gewohnte Distanz zwischen Darstellern und Publikum auf. Zwanzig reale junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren besetzen die Bühne und werden zum Mittelpunkt des Geschehens. Vorwissen über Oper oder Schauspiel ist nicht nötig – gefragt sind nur Mut und die Bereitschaft, sich einzulassen.

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Don Alfonsos berüchtigte Wette um die Treue wird hier als Campus-Spiel neu interpretiert. Die Paare, ahnungslos über das, was auf sie zukommt, durchlaufen Herausforderungen, die ihre Beziehungen auf die Probe stellen. Signeyroles Vision verschiebt den Fokus von Unterhaltung hin zur Provokation – und zwingt sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer, ihre Vorstellungen von Liebe und Vertrauen zu hinterfragen.

Die Regisseurin betont: Dies wird kein passiver Theaterabend. Indem echte Paare in die Handlung eingebettet werden, entsteht eine unmittelbare, ungefilterte Auseinandersetzung mit den Themen der Oper. Das Ergebnis ist weniger eine Aufführung als vielmehr eine ungeschönte Erkundung menschlicher Verbindungen – chaotisch, ehrlich und unberechenbar.

Die neu erfundene Così fan tutte ist Teil des Spielplans der neuen Saison am Staatstheater Wiesbaden. Mit ihrer Mischung aus realen Teilnehmern und immersiver Inszenierung sprengt die Produktion die Grenzen des Genres. Die Zuschauer werden nicht nur zuschauen – sie erleben, wie Beziehungen in Echtzeit auf die Probe gestellt werden, zum Guten wie zum Schlechten.

Quelle