Leichter Hoffnungsschimmer: Mehr Taufen in Köln – doch die Kirche schrumpft weiter
Mina BenthinKirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Leichter Hoffnungsschimmer: Mehr Taufen in Köln – doch die Kirche schrumpft weiter
Das Erzbistum Köln verzeichnete 2025 einen leichten Anstieg bei Erwachsenentaufen und Gottesdienstbesuchen. Während 315 Erwachsene getauft wurden – gegenüber 199 im Vorjahr – nahmen auch etwas mehr Gläubige an den wöchentlichen Messen teil. Doch diese Zuwächse stehen im Kontext eines anhaltenden Mitgliederschwunds in der katholischen Kirche Nordrhein-Westfalens.
Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Erwachsenentaufen in Köln von 199 auf 315. Auch die Besucherzahlen bei den Messfeiern erhöhten sich von 90.694 auf 94.638, obwohl im Schnitt nur sechs Prozent der örtlichen Katholiken sonntags am Gottesdienst teilnahmen. Generalvikar Guido Assmann bezeichnete die Entwicklungen als ermutigend.
Gleichzeitig setzt sich in der gesamten Region der Rückgang der Kirchenmitglieder fort. Die Zahl der Katholiken in Nordrhein-Westfalen sank von 5,8 auf 5,6 Millionen. Die Austrittszahlen blieben zwar hoch, gingen aber leicht zurück: 84.440 Menschen traten 2025 aus der Kirche aus, nach 86.946 im Jahr 2024. Insgesamt verringerten sich die Kirchenaustritte aus katholischen und evangelischen Gemeinden im Land von 160.469 auf 152.783.
Fachleute führen den langfristigen Rückgang auf mehrere Faktoren zurück. Der Missbrauchsskandal der vergangenen Jahre beschleunigte die Austrittswelle, insbesondere zwischen 2021 und 2023. Hinzu kommen übergeordnete Trends wie die fortschreitende Säkularisierung, nachlassende Religiosität unter jungen Menschen sowie Streitigkeiten über kirchliche Lehren zu Zölibat und Empfängnisverhütung. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller stufte die jüngsten Zuwächse bei Taufen und Gottesdienstbesuchen als unbedeutend ein und nannte die Zahlen angesichts des größeren Mitgliederschwunds nach wie vor "dramatisch" – sie seien lediglich "Schönfärberei".
Die bescheidenen Erfolge des Erzbistums Köln bei Taufen und Messbesuchen stehen im Kontrast zum anhaltenden Mitgliederrückgang in der Region. Zwar verließen 2025 weniger Menschen die Kirche als im Vorjahr, doch die katholische Gemeinschaft schrumpft weiter. Die Zahlen spiegeln sowohl lokale Stabilisierungstendenzen als auch die grundsätzlichen Herausforderungen wider, vor denen die Kirche in einer zunehmend säkularen Gesellschaft steht.