16 March 2026, 10:18

Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – ein historischer Bruch mit der Tradition

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür unten.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant erstmals Eintrittsgeld – ein historischer Bruch mit der Tradition

Kölner Dom könnte erstmals Eintrittsgeld verlangen

Der Kölner Dom, eines der berühmtesten katholischen Gotteshäuser der Welt und jedes Jahr Anziehungspunkt für sechs Millionen Besucher, könnte bald erstmals eine Eintrittsgebühr erheben. Die Pläne stoßen auf Kritik bei Barbara Schock-Werner, der ehemaligen Dombaumeisterin, die befürchtet, dass dies den Charakter der Stätte für immer verändern könnte.

Schock-Werner bezeichnete den Dom als "unseren Dom" und betonte seine tiefe Bedeutung für die Stadt und ihre Bewohner. Zwar erkannte sie den Bedarf an zusätzlichen Einnahmen an, warnte jedoch, dass eine Gebühr Besucher abschrecken und die Rolle des Bauwerks als öffentlicher Raum schwächen könnte. Der Dom, in dem die Reliquien der Heiligen Drei Könige aufbewahrt werden, war jahrhundertelang für alle frei zugänglich.

Die genauen Kosten stehen noch nicht fest, doch die Einführung der Gebühr ist für die zweite Jahreshälfte geplant. Der Schritt folgt einer jahrelangen Debatte in Deutschland über Eintrittsgelder an historischen und religiösen Stätten. Während vor allem jüngere Touristen und Umfragen – wie eine Forsa-Erhebung von 2025, die 55 Prozent Zustimmung zeigte – die Idee aus Gründen des Denkmalschutzes unterstützen, lehnen andere sie vehement ab. Petitionen im Jahr 2023 sammelten Zehntausende Unterschriften gegen die geplante Gebühr und argumentierten, sie verwandle einen heiligen Ort in eine kommerzielle Attraktion.

Die geplante Eintrittsgebühr markiert einen tiefgreifenden Wandel für den Dom, der seit Generationen als freies und offenes Symbol des Glaubens steht. Sollte sie eingeführt werden, wird sich zeigen, wie Besucher und Einheimische den Spannungsbogen zwischen Finanzierungsbedarf und der traditionellen Rolle des Bauwerks in der Gemeinschaft austarieren.

Quelle