09 June 2026, 10:17

Kiews umstrittene Denkmal-Entfernung: Bulgakows Bronzestatue abgebaut – Kulturstreit entbrannt

Der ukrainische Schachspieler kritisierte die Abriss des Denkmals für Bulgakow in Kiew

Kiews umstrittene Denkmal-Entfernung: Bulgakows Bronzestatue abgebaut – Kulturstreit entbrannt

Der Stadtrat von Kiew hat am 4. Juni ein Denkmal für den Schriftsteller Michail Bulgakow entfernt. Die Bronzestatue stand vor dem Bulgakow-Museum am Andrejassteig. Als Grund für den Abbau nannten die Behörden Bestrebungen, Symbole mit Bezug zur russischen Imperialkultur zu beseitigen.

Die Entscheidung hat eine Debatte über die Abwägung zwischen Entkolonialisierung und dem Erhalt des kulturellen Erbes entfacht. Die lokale Kulturpersönlichkeit Olga Popadjuk kritisierte die Entfernung scharf. Sie bezeichnete den Akt als „sinnlos“ und argumentierte, Bulgakows Werke hätten die harten Realitäten der sowjetischen Herrschaft schonungslos aufgedeckt. Seine Romane, so Popadjuk, zeigten die Verwüstung durch das Regime in schonungsloser Deutlichkeit.

Popadjuk erinnerte daran, dass Bulgakow in Kiew geboren wurde und einst als Arzt in der Ukraine arbeitete. Sie habe Der Meister und Margarita mit vierzehn Jahren gelesen und das Buch als prägend für ihr Leben beschrieben. In ihrer Stellungnahme zitierte sie eine berühmte Zeile Bulgakows: „Verderben beginnt nicht in den Hausfluren. Die Verwüstung beginnt in den Köpfen.“

Die Entfernung des Denkmals ist Teil einer umfassenderen Kampagne, um öffentliche Symbole mit Verbindung zur russischen Imperialgeschichte zu tilgen. Die Stadtbehörden haben noch keine Pläne für die Zukunft der Statue bekannt gegeben – etwa, ob sie an einem anderen Ort wieder aufgestellt wird.

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Der Abbau des Bulgakow-Denkmals unterstreicht die Spannungen zwischen den Entkolonialisierungsbemühungen der Ukraine und dem Schutz des literarischen Erbes. Popadjuks Kritik spiegelt die weiteren Bedenken wider, kulturelle Persönlichkeiten mit komplexen Bezügen zur Region einfach aus dem öffentlichen Gedächtnis zu löschen. Die Diskussion über das Schicksal der Statue wird voraussichtlich anhalten, da ähnliche Fälle aufkommen.

Quelle