17 March 2026, 02:16

KI-generierte Politiker-Schimpfwörter: Beleidigen ohne Konsequenzen?

Cartoon-Gesichter zeigen Frustration mit dem Text "Das ist einige harte germanische Scheiße, in die du dich da reingeritten hast."

KI-generierte Politiker-Schimpfwörter: Beleidigen ohne Konsequenzen?

Ein deutscher Jurist und Sprachwissenschaftler hat eine KI-gestützte Website entwickelt, die aus den Namen von Politikern Beleidigungen generiert. Roger "Flaming" Reisertsch argumentiert, dass herkömmliche Schimpfwörter ihre Wirkung verloren hätten – wer jedoch jemanden als "Nazischlampe" bezeichnet, muss mit bis zu 1.200 Euro Strafe rechnen.

Reisertsch forscht zur Wissenschaft der Beleidigung, der sogenannten Malediktologie. Seine Website gibmirkeinetiernamen.de hat bereits 1.247 kreative Schimpfwörter auf Basis von Politikernamen erstellt. Die Idee ist simpel: Statt jemanden als Tier zu beschimpfen – was Klagen von Tierschutzorganisationen wie PETA nach sich ziehen könnte – können Nutzer nun politikerbasierte Beleidigungen verwenden, die rechtlich weniger riskant sind.

Das deutsche Recht bewertet bestimmte Formulierungen unterschiedlich. Wer jemanden als "Du Orban!" oder "Du blöder Trump!" bezeichnet, muss nicht mit einer Klage rechnen. Doch die Wortstellung ist entscheidend: "Nazischlampe" wurde von Gerichten als so beleidigend eingestuft, dass Bußgelder fällig werden, während umgestellte Varianten möglicherweise durchgehen. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Verleumdungsklage sind Nachweis der Absicht und des Schadens.

Laut Reisertsch haben viele klassische Schimpfwörter mit der Zeit ihre Schärfe verloren. Selbst gemüsebezogene Beleidigungen sind selten geworden – nur "Pflaume" gilt noch als einklagbar. Seine Lösung? Veraltete Kraftausdrücke durch frische, politisch aufgeladene Begriffe ersetzen.

Die Website bietet eine rechtliche Grauzone für alle, die ihren Frust Luft machen wollen. Durch den Verzicht auf Tiervergleiche und die Nutzung von Politiker-Schimpfwörtern verringern Nutzer das Risiko von Klagen. Bisher wurden 1.247 einzigartige Beleidigungen veröffentlicht – jede darauf ausgelegt, zu provozieren, ohne die juristischen Grenzen zu überschreiten.

Quelle