Kalter Mordfall nach 22 Jahren: Nachbar soll Nachbarn 2003 erwürgt haben
Ortrun SteinbergHomophobie? Prozess um Mord an Kellner nach 22 Jahren - Kalter Mordfall nach 22 Jahren: Nachbar soll Nachbarn 2003 erwürgt haben
Ein 57-jähriger Mann aus Kürten steht seit dieser Woche vor dem Landgericht Paderborn wegen des Mordes an seinem 29-jährigen Nachbarn vor über zwei Jahrzehnten. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die Tötung eines Kellners in Bad Driburg im November 2003. Die Ermittler vermuteten zunächst ein homophobes Motiv, nachdem das Opfer gefesselt und erwürgt in seiner Wohnung aufgefunden worden war.
Der Angeklagte soll das Opfer laut Anklage in dessen Wohnung überfallen, gefesselt und anschließend mit einem Staubsaugerkabel erwürgt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, anschließend die Geldbörse, das Handy und die Webcam des Mannes gestohlen zu haben. Um die Entdeckung der Leiche hinauszuzögern, habe er das Auto des Opfers auf einem entfernten öffentlichen Parkplatz abgestellt.
Erst durch DNA-Spuren, die am Tatort und am Körper des Opfers gesichert wurden, konnte der Beschuldigte Anfang 2025 identifiziert werden. Die Behörden nennen zwei mögliche Tatmotive: die Abneigung des Angeklagten gegen Homosexuelle sowie seine eigenen finanziellen Schwierigkeiten zur damaligen Zeit.
Der Prozess, der 22 Jahre nach der Tat eröffnet wurde, soll in acht weiteren Verhandlungstagen fortgesetzt werden. Die Verhandlungen werden bis Januar 2026 andauern, während das Gericht Beweismaterial und Zeugenaussagen prüft. Entscheidend für das Urteil sind die forensischen Beweise, die den Angeklagten mit dem Tatort in Verbindung bringen. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe. Das Gericht muss nun klären, ob die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft – Vorurteile oder finanzielle Not – als Tatmotiv Bestand haben.






