Grüne Senioren retten den Ohligser City-Ring – doch die Kritik bleibt
Eleonora JunitzGrüne Senioren retten den Ohligser City-Ring – doch die Kritik bleibt
Die Debatte um den Ohligser City-Ring in Solingen nimmt eine neue Wendung, nachdem sich die Grünen Senioren mit Nachdruck für das Projekt ausgesprochen haben. Zwar hat sich die Opposition seit 2022 wegen ökologischer und finanzieller Bedenken verstärkt, doch die Organisation betont, dass der öffentliche Nahverkehr für ältere Bürger, die auf ihn angewiesen sind, zugänglich bleiben müsse.
Als die Pläne für den City-Ring 2022 erstmals vorgestellt wurden, galt er vielen als Lösung für die Verkehrsprobleme in Ohligs. Doch bis 2025 formierte sich Widerstand: Lokale Gruppen wie die Ohligser Jongens, die ISG und die OWG forderten Alternativen. Ihre Vorschläge umfassten ein dezentrales Bus-Schnelltransitsystem, bessere Radwege und den Ausbau bestehender Straßen statt des Baus einer vollständigen Ringstraße.
Nun mischen sich die Grünen Senioren in die Diskussion ein und stellen die Frage der sozialen Gerechtigkeit in den Mittelpunkt. Sie warnen, dass ältere Menschen – insbesondere solche mit eingeschränkter Mobilität – stark beeinträchtigt wären, wenn sie längere Wege zu Bushaltestellen zurücklegen müssten. Die Gruppe lehnt auch Forderungen ab, die Lennestraße komplett für Busse zu sperren, da dies die wichtige Haltestelle "Ohligs Markt" wegfallen ließe.
Stattdessen unterstützen die Grünen Senioren den bestehenden Nahverkehrsplan, der zwar den Busverkehr auf der Lennestraße reduzieren, aber die entscheidenden Anbindungen an das Ohligser Stadtzentrum erhalten soll. Damit positionieren sie sich gegen andere lokale Verbände, die weiterhin eine vollständige Abschaffung des City-Rings fordern.
Mit ihrem Eingreifen lenken die Grünen Senioren den Fokus auf die Bedürfnisse älterer Menschen in der Solinger Verkehrsdebatte. Ihre Unterstützung für den aktuellen Plan hält das Projekt am Leben – trotz anhaltender Kritik. Die Entscheidung wird zeigen, ob in der zukünftigen Stadtplanung der Vorrang bei Barrierefreiheit oder bei alternativen Verkehrslösungen liegt.






