Großrazzia in Münster: Zoll zerschlägt mutmaßlichen Lohnbetrugsring mit 110 Beamten
Darius CasparGroßrazzia in Münster: Zoll zerschlägt mutmaßlichen Lohnbetrugsring mit 110 Beamten
Zollbehörden in Münster haben eine Großrazzia gegen einen mutmaßlichen Lohnbetrugs- und Veruntreuungsring gestartet. In den frühen Morgenstunden setzten Beamte Haftbefehle durch und durchsuchten mehrere Objekte in der gesamten Region. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen mehrere Personen, denen vorgeworfen wird, Löhne vorenthalten und Sozialabgaben hinterzogen zu haben.
Das Hauptzollamt Münster leitete die Aktion bei Tagesanbruch ein und vollstreckte zwei Haftbefehle in Münster und Senden. Der Hauptverdächtige, ein 33-jähriger Mann, wurde in seiner Wohnung festgenommen, da Fluchtgefahr und Wiederholungsgefahr bestanden. Er führte ein Bauunternehmen, soll Mitarbeiter jedoch weder bei der Sozialversicherung angemeldet noch die fälligen Beiträge abgeführt haben.
Dem Mann wird vorgeworfen, mit einer 54-jährigen Frau und einem 61-jährigen Mann zusammengearbeitet zu haben. Gemeinsam sollen sie Löhne veruntreut und Betrug begangen haben. Der 61-jährige Komplize wurde ebenfalls in Gewahrsam genommen, da er gegen Bewährungsauflagen aus einem anderen Verfahren verstoßen haben soll.
An der Operation sind fast 110 Zollbeamte, rund 40 Bundespolizisten sowie mehrere Staatsanwälte und kommunale Vertreter beteiligt. Sieben Objekte – darunter vier Wohnungen und drei Geschäftsräume – werden durchsucht. Zollspürhunde kommen zum Einsatz, um verstecktes Bargeld aufzustöbern. Eine weitere Frau wird wegen möglicher Verstrickung in das System untersucht.
Die Aktion dauert noch an; die Behörden sammeln weiterhin Beweismaterial. Den Festgenommenen drohen Anklagen wegen Lohnbetrugs, Veruntreuung und Sozialversicherungsbetrugs. Das Ausmaß der Ermittlungen unterstreicht die Schwere der mutmaßlichen Straftaten.
