08 June 2026, 12:21

GLS Bank schließt Konten von DKP und Roter Hilfe – war es politisch motiviert?

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaftsversammlung

GLS Bank schließt Konten von DKP und Roter Hilfe – war es politisch motiviert?

GLS Bank gerät nach Kontoschließungen für DKP und Rote Hilfe in die Kritik

Die GLS Bank steht massiv in der Kritik, nachdem sie Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der linksextremen Unterstützungsorganisation Rote Hilfe geschlossen hat. Proteste brachen aus, da die Entscheidung als politisch motiviert gilt – die Bank betont jedoch, sie habe sich lediglich an rechtliche und aufsichtsbehördliche Vorgaben gehalten.

Die Kontroversen lösten eine breitere Debatte über den Zugang zu Bankdienstleistungen und das Vertrauen in Finanzinstitute aus. Auslöser war die Kündigung der DKP-Konten durch die GLS Bank sowie der zunächst geplante Entzug der Konten von Rote Hilfe. Beide Organisationen warfen der Bank vor, aus politischen Gründen zu handeln, und verwiesen auf mögliche Einflüsse durch US-Sanktionslisten. Die Initiative Stop Debanking forderte die GLS Bank daraufhin auf, ihre Entscheidung rückgängig zu machen, und warnte vor langfristigen Vertrauensschäden.

Nach der Bekanntgabe schwollen die Proteste an, was schließlich zu einer gerichtlichen Anordnung gegen die Sparkasse Göttingen führte, die Konten von Rote Hilfe vorläufig offen zu halten. Unterdessen führte die GLS Bank Gespräche mit betroffenen Kunden und beriet sie, wie sie Transaktionen vermeiden könnten, die regulatorische Prüfungen auslösen. Trotz der massiven Kritik wurde der Vorstand der Bank auf der Generalversammlung mit großer Mehrheit bestätigt: 676 von 720 Mitgliedern sprachen ihm das Vertrauen aus.

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Die DKP kündigte unterdessen an, alle Geschäftsbeziehungen zur GLS Bank abzubrechen, und begründete dies mit einem vollständigen Vertrauensverlust. Die Partei gab bekannt, künftig auf öffentliche Sparkassen ausweichen zu wollen. Die GLS Bank hält weiterhin daran fest, dass ihre Maßnahmen nicht politisch motiviert seien, sondern von Aufsichtsbehörden vorgegeben würden, die verdächtige Transaktionen unverzüglich melden müssen.

Letztlich blieben die Konten von Rote Hilfe bei der GLS Bank erhalten, was die Spannungen teilweise abmilderte. Dennoch wirft der Vorfall weiterhin Fragen auf, wie Banken regulatorische Anforderungen mit Kundenbeziehungen in Einklang bringen können.

Der Konflikt verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen Finanzregulierung und politischer Neutralität im Bankwesen. Während die DKP ihre Konten bereits zu öffentlichen Sparkassen verlagert hat, behält Rote Hilfe vorerst Zugang zu ihren Geldern. Die Folgen des Streits könnten künftig beeinflussen, wie andere Banken mit ähnlichen Fällen umgehen.

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