Geheime Castor-Route durch Sicherheitslücke öffentlich geworden
Sicherheitspanne legt Details zu geplantem Atomtransport in Deutschland offen
Ein Sicherheitsversägen hat interne Pläne für einen bevorstehenden Transport von Atommüll in Deutschland ans Licht gebracht. Die eigentlich streng geheime Route für einen anstehenden Castor-Transport war kurzzeitig online einsehbar. Die Behörden haben die Informationen inzwischen gelöscht, doch unklar bleibt, wie es zu dem Fehler kommen konnte.
Bei dem Vorfall handelte es sich um eine temporäre Flugverbotszone für Drohnen entlang von Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Die Einschränkung war am Mittwochabend auf der Digitalen Plattform für unbemannte Luftfahrt des Bundesverkehrsministeriums erschienen. Bis Donnerstag waren die Angaben wieder entfernt worden.
Die Sperrzone erstreckte sich von Jülich bis nach Ahaus – und entsprach damit exakt der Strecke, die der nächste Castor-Transport nehmen soll. Bei dieser Lieferung sollen Brennelemente aus einem stillgelegten Forschungsreaktor zu einem Zwischenlager in Ahaus gebracht werden. Solche Transporte werden in der Regel unter Verschluss gehalten, um Proteste oder mögliche Terrorgefahren zu verhindern.
Atomtransporte sind in Deutschland seit langem umstritten. Seit 2020 warnen Umweltschutzverbände wie der BUND vor Strahlenrisiken und dem Fehlen einer dauerhaften Endlagerlösung. Protestbewegungen lehnen die Transporte weiterhin ab und argumentieren, sie bergen unnötige Gefahren.
Das Verkehrsministerium hat sich bisher weder zu dem Fehler geäußert noch erklärt, wie die Route an die Öffentlichkeit gelangte. Die Ursache des Patzer bleibt ungeklärt.
Der bekannt gewordene Streckenverlauf unterstreicht die anhaltenden Spannungen rund um die Logistik von Atomabfällen in Deutschland. Ohne offizielle Aufklärung bleiben Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsvorkehrungen für künftige Transporte bestehen. Der Vorfall nährt zudem die grundsätzliche Debatte über Sicherheit und Transparenz im Umgang mit radioaktiven Materialien.






