Fußballgewalt in Deutschland: Weniger Verletzte, aber mehr Pyrotechnik-Missbrauch
Mina BenthinFußballgewalt in Deutschland: Weniger Verletzte, aber mehr Pyrotechnik-Missbrauch
Fußballbedingte Gewalt in Deutschland zeigt gemischte Trends in dieser Saison
Während die Zahl der Verletzungen und Strafanzeigen in diesem Jahr zurückging, ist der Missbrauch von Pyrotechnik deutlich angestiegen. Behörden und Fangruppen sind uneins über das Ausmaß des Problems.
Die Verletzungen an Spieltagen in den drei höchsten deutschen Profiligen sanken in der vergangenen Saison auf 1.107. Das entspricht einem Rückgang um 17 % im Vergleich zum Vorjahr – 231 Fälle weniger. Trotz dieser Verbesserung bezeichnete Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, die Zahl als inakzeptabel.
Auch die eingeleiteten Strafverfahren gingen um 22 % zurück und lagen bei 5.197 Fällen – weniger als in der Vorsaison. Gleichzeitig stieg der Missbrauch von Pyrotechnik um 73 % auf 4.783 dokumentierte Verstöße. Unter den Verletzten waren 160 Polizisten und 89 Sicherheitskräfte.
Reul forderte strengere Maßnahmen und sprach sich dafür aus, gewalttätige Straftäter von Stadien zu verbannen. Faninitiativen widersprachen jedoch der Darstellung einer flächendeckenden Gewalt und nannten diese übertrieben. Sie wiesen darauf hin, dass Straftaten und Verletzungen seit Jahren im Promillebereich lägen – selbst bei ausverkauften Stadien.
Als Beispiel für deutlich höhere Sicherheitsrisiken wurden öffentliche Großveranstaltungen wie das Oktoberfest genannt.
Die aktuellen Zahlen zeigen zwar einen Rückgang bei Verletzungen und Straftaten im Zusammenhang mit Fußball. Doch der starke Anstieg beim Pyrotechnik-Missbrauch bleibt besorgniserregend. Behörden und Fanorganisationen diskutieren weiterhin, wie sich Sicherheit gewährleisten lässt, ohne den Zugang zu Spielen einzuschränken.






