Feuerwehrmann spielt verbotene Nationalhymne – Heino zeigt Solidarität mit umstrittenem Konzert
Mina BenthinFeuerwehrmann spielt verbotene Nationalhymne – Heino zeigt Solidarität mit umstrittenem Konzert
Ein Feuerwehrmann aus Bad Belzig hat für Aufsehen gesorgt, nachdem er bei einer Feuerwehrveranstaltung die erste Strophe der deutschen Nationalhymne gespielt hatte. Richard Mänder wurde daraufhin von seinen Ämtern enthoben – eine Entscheidung, die sowohl Kritik als auch Zustimmung ausgelöst hat. Mittlerweile hat der Vorfall zu einer öffentlichen Solidaritätsbekundung des deutschen Sängers Heino geführt, der ein Konzert zu Mänders Unterstützung veranstaltete.
Der Streit begann, als Mänder während einer Feuerwehrmeisterschaft die erste Strophe von "Deutschland, Deutschland über alles" spielte. Diese Strophe, die mit nationalistischem Gedankengut aus der NS-Zeit verbunden wird, wird seit den 1950er-Jahren im öffentlichen Leben gemieden, obwohl sie rechtlich nicht verboten ist. Die deutsche Regierung erklärte 1952 offiziell nur die dritte Strophe zur Nationalhymne, um sich von der historischen Instrumentalisierung des Liedes zu distanzieren.
Mänder bestreitet, rechtsextreme Ansichten zu vertreten, und behauptet, die Strafe habe ihn zu Unrecht stigmatisiert. Nun plant er die Gründung einer jährlichen Meisterschaft für einen neuen Feuerwehr-Sportverband – ein Schritt, der die Gemeinschaft weiter spalten könnte.
Als Reaktion organisierte Heino in Bad Belzig ein Solidaritätskonzert, das etwa 800 Besucher anzog. Der Sänger präsentierte Titel wie "Schwarzbraun ist die Haselnuss" und "Ostdeutschland, Ostdeutschland", Lieder, die von einigen Kritikern mit rechtspopulistischer Politik in Verbindung gebracht werden. Auch seine Version von "Layla", der bereits Sexismus vorgeworfen wurde, erhielt begeisterten Applaus.
Heinos Manager, Helmut Werner, verteidigte die Veranstaltung als Protest gegen Mänders Entlassung. Er verwies darauf, dass der Sänger sich in der Vergangenheit für ein Verbot der rechtsextremen AfD ausgesprochen und bei früheren Wahlen sowohl die SPD als auch die CDU gewählt habe. Werner wies Vorwürfe einer politischen Voreingenommenheit zurück und betonte, es gehe beim Konzert um Gerechtigkeit, nicht um Ideologie.
Das Konzert hat die Debatten über Meinungsfreiheit, historische Symbole und disziplinarische Maßnahmen im öffentlichen Dienst weiter angeheizt. Mänders geplanter neuer Feuerwehrverband könnte lokale Wettbewerbe verändern, während der Streit die anhaltenden Spannungen um die deutsche Identität und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit verdeutlicht. Die Entscheidung der Feuerwehr bleibt zwar bestehen, doch die öffentlichen Reaktionen zeigen, dass die Angelegenheit noch lange nicht abgeschlossen ist.






