Europas Industrie warnt EU vor Wettbewerbsnachteilen durch steigende CO₂-Kosten
Eleonora JunitzEuropas Industrie warnt EU vor Wettbewerbsnachteilen durch steigende CO₂-Kosten
Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben sich in einem Brief an die EU-Spitze gewandt und vor steigenden Kosten durch das bestehende Emissionshandelssystem (ETS) gewarnt. Zu den Unterzeichnern zählen Konzerne wie ArcelorMittal, BP und BASF. Sie argumentieren, das System trage den globalen Realitäten nicht mehr Rechnung und gefährde die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie.
Das EU-Emissionshandelssystem verpflichtet Industrieanlagen, Zertifikate für den Ausstoß von Treibhausgasen zu erwerben. Die Kosten steigen, wenn Unternehmen ihre Emissionen langsamer reduzieren, als die verfügbaren Zertifikate gekürzt werden. Die Einnahmen aus dem System fließen in Klimaprojekte, etwa den Ausbau von Wasserstoffnetzen.
Mit dem „Fit for 55“-Paket hat die EU begonnen, die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten schrittweise abzuschaffen. Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte sie den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein – eine Abgabe auf kohlenstoffintensive Importe. Die Unternehmen kritisieren jedoch, Europa handle allein, indem es seine Industrien mit rasant steigenden CO₂-Kosten belaste.
In ihrem Schreiben an den EU-Ratspräsidenten António Costa und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides betonen die Firmen, die Rahmenbedingungen für die industrielle Transformation seien unzureichend. Sie verweisen auf mangelnde Infrastruktur für Strom, Wasserstoff sowie CO₂-Transport und -Speicherung. Der Brief fordert unverzügliche Maßnahmen, um den Kostenanstieg zu stoppen und weitere Schäden im Rahmen der anstehenden ETS-Reform zu verhindern.
Die Unterzeichner drängen auf schnelle Lösungen, um die Ungleichgewichte im Emissionshandel zu beheben. Ohne Kurskorrektur drohten der europäischen Industrie erhebliche Wettbewerbsnachteile und operative Herausforderungen, warnen sie. Zudem müsse die Infrastruktur vor weiteren Kostenerhöhungen deutlich verbessert werden.






