Drei Haushalte heizen erstmals mit reinem Wasserstoff – ein Meilenstein für Deutschlands Energiewende
Mina BenthinDrei Haushalte heizen erstmals mit reinem Wasserstoff – ein Meilenstein für Deutschlands Energiewende
Ein wegweisendes Projekt in Deutschland zeigt, dass reiner Wasserstoff Erdgas beim Heizen von Wohngebäuden ersetzen kann. In Holzwickede bei Dortmund nutzen seit Kurzem drei Haushalte wasserstoffbetriebene Heizkessel – ein Novum für das Land. Die von Forschung und Industrie getragene Initiative soll die Machbarkeit von Wasserstoff in bestehenden Gasnetzen erproben.
Das unter dem Namen H2HoWi laufende Vorhaben startete im Oktober 2022, als der Netzbetreiber Westnetz begann, zu 100 Prozent grünen Wasserstoff durch eine umgerüstete Erdgasleitung zu transportieren. Der Wasserstoff, zertifiziert nach Qualität 3.0 mit einer Reinheit von 99,9 Prozent, wird vor Ort gespeichert und anschließend verteilt. Damit beherbergt Holzwickede das erste Wasserstoff-Verteilnetz Deutschlands für die Wohnraumnutzung.
Drei Kunden von Westnetz haben inzwischen Weishaupt Thermo Condens-Heizkessel installiert, die speziell für den Betrieb mit Wasserstoff konzipiert sind. Die Geräte sind in den Leistungsstufen 15 und 32 Kilowatt erhältlich und verbrennen reinen Wasserstoff nahezu emissionsfrei. Die Kessel von Weishaupt verfügen über die volle Zulassung für den Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff, was ihre Zuverlässigkeit unterstreicht.
Wissenschaftler des Deutschen Energieinstituts Freiberg begleiten das Projekt, das noch bis Ende 2026 läuft. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die bestehende Gasinfrastruktur Wasserstoff ohne größere Umrüstungen sicher transportieren kann. Dies könnte den Weg für eine breitere Einführung der Technologie in ganz Deutschland ebnen.
Das H2HoWi-Projekt beweist, dass Wasserstoff eine tragfähige und emissionsarme Alternative zu Erdgas im Wärmesektor sein kann. Mit drei Haushalten, die das System bereits nutzen, werden die Ergebnisse dazu beitragen, künftige Energiepolitiken zu gestalten. Der Feldversuch läuft noch bis Ende 2026 und liefert langfristige Daten zur Praxistauglichkeit von Wasserstoff unter realen Bedingungen.






